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Die Naturschutzverbände der Südpfalz (BUND Südpfalz, NABU, GNOR, NVS und Pollichia) haben auf Grund der aktuellen Situation beschlossen massiv in die Öffentlichkeit zu gehen und über geplante Straßenbaumaßnahmen zu informieren, da wir in den kommenden Jahren gravierende negative Auswirkungen auf die Südpfalz als Tourismusgebiet befürchten.

Es geht zunächst "nur" um die geplanten, eventuell geplanten und schon realisierten Ortsumgehungen:

Desweiteren ist die "Bienwaldautobahn" von Lauterbourg nach Kandel noch akut sowie die zweite Rheinbrücke nördlich von Karlsruhe, die in Verlängerung der Ortsrandstraße Jockgrim 40 000 zusätzliche Fahrzeuge durch die Pfalz leiten könnte.

Last not least steht der autobahnähnliche vierspurige Ausbau der B10 zwischen Landau und Pirmasens an.

Was haben Ortsumgehungen mit europäischen Transitstrecken für den Schwerverkehr zu tun, werden Sie vielleicht fragen?

Nun, in den uns vorliegenden Raumordnungsverfahren sieht man diese Umgehungen als Straßen von überregionaler Bedeutung, die so auszulegen sind, daß sie später weiter ausgebaut werden können (so steht es fast wortwörtlich im uns vorliegenden Erläuterungsbericht).

Sind diese Ortsumgehungen inkl. Brückenbauwerke erst mal gebaut, so braucht man sie, wenn der Verkehr weiter anschwillt nur von Weißenburg bis Landau-Süd (und / oder Weißenburg bis Klingenmünster = Zangenlösung) miteinander zu verbinden und erhält eine gebirgsnahe "Weinstraßenautobahn", die in der südl. Verlängerung über die gut ausgebaute, kreuzungsfreie Strecke Weißenburg <=> Hagenau ans europäische Fernstraßennetz anschließt und in nördlicher Richtung an die A65.

Damit erhält der europäische Transit- und Schwerverkehr eine Alternative in Nord-Süd-Richtung zur verstopften A5 und über die ausgebaute B10 eine Alternative in Ost-West-Richtung zur A6. 

Sie glauben uns nicht? Nun, es wäre für uns schön, wenn wir unrecht behielten, niemand außer uns würde sich wahrscheinlich mehr darüber freuen. Aber die Vergangenheit lehrt etwas anderes.

Fragen Sie doch mal Menschen in Orten, die an der B10 zwischen Landau und Pirmasens wohnen.

Dort wurden zunächst mal nur Orts-Umgehungen gebaut, heute befindet sich dort eine 3-spurige überregionale Straße mit europäischem Schwerverkehr, die man gerne vierspurig ausbauen möchte. Etliche Orte haben bis dato den damals versprochenen Lärmschutz nicht erhalten.

Die Gemeinderäte von Klingenmünster und Billigheim-Ingenheim entscheiden in diesen Tagen über ihre Ortsumgehungen. Den Gemeindevertretern wird hoffentlich noch rechtzeitig bewußt, welch schicksalhafte Bedeutung ihre Entscheidung haben kann. Wir wünschen ihnen hierzu Weisheit und Weitblick.

Selbstverständlich haben wir großes Verständnis für die Verkehrsbelastungen, denen die Menschen in diesen Orten derzeit ausgesetzt sind und verschließen uns grundsätzlich nicht gegen engräumige, der Landschaft angepaßte, nicht zu aufwendig ausgeführte Umgehungen. Aber hier werden offensichtlich mit dem Lockmittel Ortsumgehung europäische Fernstraßen mit weiträumigen Brückenbauwerken über die Täler vorbereitet.

Die Erfahrung (jüngstes Beispiel: OU Pleisweiler-Oberhofen) zeigt, daß die Entlastung nur von kurzer Dauer ist, der Verkehr bald wieder anschwillt, nun aber von zwei Seiten: im Ort und auf der Umgehung. Ein zweigeteiltes breites Band des Lärms zieht sich dann sowohl durch die nicht zurückgebaute Ortsdurchfahrt als auch von der neu gebauten Umgehungsstraße, über die dann der Schwerverkehr rollt.
Verkehrslärm stört das menschliche Gehör noch in mindestens 1 Kilometer Entfernung.

Wenn Sie diese Verkehrslawine mit all ihren negativen Begleiterscheinungen nicht wollen und die Landschaft in ihrer Schönheit als Kapital für den Tourismus erhalten werden soll, so bitten wir Sie dringend, bei den zuständigen Vertretern der Ortsparlamente, bei den verantwortlichen Politikern und in der Öffentlichkeit Druck zu machen.

Die Zeit drängt!!! Die Verkehrsprobleme der Region sind mit Kirchturmdenken nicht lösbar (Nimm doch Du, lieber Nachbar die Straße, die ich nicht haben will!). Es wird nach unserer Meinung allerhöchste Zeit für eine andere Art von Verkehrspolitik!

Die Naturschutzverbände führten  inzwischen in zahlreichen Gemeinden gemeinsame Bürgerversammlungen durch.
Das grosse Interesse der Bevölkerung macht uns Mut, wir hatten fast ausschliesslich vollbesetzte Veranstaltungsräume, es ist für uns aber  auch gleichzeitig ein Indiz dafür, dass grosser Informationsbedarf besteht und man vielleicht der Politik und den verantwortlichen Behörden nicht mehr so recht zu trauen scheint.
Der Widerstand formiert sich, neue Bürgerinitiativen wurden in mehreren Orten gegründet

Es zeigen sich mittlerweile die ersten Erfolge: