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24.07.2004
B 10-Mediation: Papiertiger Verkehrslawine?
OB Mattheis hat nicht richtig zugehört
Die im Mediationsverfahren zusammenarbeitenden Gegner des B 10-Ausbaus nehmen
zur Aussage von Oberbürgermeister Mattheis (Pirmasens) in einem
RHEINPFALZ-Artikel vom 14. 07. folgendermaßen Stellung:
Es ist nicht korrekt zu behaupten, keiner der in der Mediationsgruppe am 26.
Juni gehörten Sachverständigen habe bestätigen können, dass ein vierspuriger
Ausbau mehr Verkehr auf die B 10 bringen werde. Das Gegenteil ist richtig:
Der Gutachter der Landesregierung hat wiederholt von der "Bündelungswirkung"
der vierspurig ausgebauten B 10 gesprochen. Die damit gemeinte Verkehrszunahme
nutzte er ausgiebig als Argument für die Notwendigkeit eines vierspurigen
Ausbaus.
Der Oberbürgermeister schiebt damit das Argument von der vermutlich
ausbleibenden Verkehrslawine auf ein Gleis, auf das es nicht gehört.
Dieses Argument zwingt im Falle der B 10 vielmehr zu einer genauen und streng
differenzierenden Betrachtung mit entsprechenden Schlussfolgerungen:
Wenn schon in der Fläche mit keinem
nennenswerten Anstieg - ab 2015 sogar mit einer Abnahme - der Flut
auf unseren Straßen zu rechnen ist, dann sollte eine verantwortungsbewusste
Politik ablassen von einem mehr als eine halbe Milliarde Euro
verschlingenden Nonsens-Projekt.
Dieses Geld könnte an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden.
Gegen den Trend einer flächenhaften
Verkehrsberuhigung kann es bei einem vierspurigem Ausbau der B 10 - gemäß dem
Gesetz "Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten" und entsprechend der wiederholt
behaupteten und wohl von den Planern gewollten "Bündelungswirkung" - im
Queichtal durchaus zu einer Verkehrslawine kommen.
Eine so ausgebaute B 10 wird möglicherweise Teile des Verkehrs auf der B 427
(Vorderweidenthal - Dahn - Bad Bergzabern) und der B 48 auf sich ziehen. Weitere
Verkehrsverlagerungen dürften von der A 6 und von der durchs Nordelsass
führenden französischen A 4 zu erwarten sein. Voraussichtlich dürften dann in
der Tat die prognostizierten täglichen ca. 43.000 Fahrzeuge, darunter
ca. 13.000 LKWs, zusammenkommen.
Angesichts dieses Szenarios ist überhaupt nicht einzusehen, wieso die rheinland-pfälzische Verkehrspolitik ausgerechnet im Queichtal die bereits einschlafenden Hunde des Verkehrszuwachses wieder zu neuem und heftigem Leben wecken will.
Situationsangemessener wäre es
somit, parallel zu einer von Unfallschwerpunkten befreiten und durch
Verkehrsleitsysteme modernisierten dreispurigen B 10 endlich einen modernen
Schienenverkehr zu etablieren, der von der Bevölkerung auch angenommen wird.
Wie erfolgreich und wie kostengünstig dies zu machen ist, zeigt Bahnchef
Mehdorns sog. "Mittelstandsoffensive" für Regio-Netze, von der RHEINPFALZ
am 06. 07. 2004 dargestellt am Beispiel der "Kurhessenbahn".
Quelle: BUND Rheinland-Pfalz
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]
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