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27.01.03

 

Naturschützer: B 10-Ausbaugegner sollen aufstehen

 

Bürger können vier Spuren verhindern - Ortsvorsteher Kern: Godramsteiner mehrheitlich nicht gegen den Ausbau
  
Die Gegner des vierspurigen Ausbaus der B 10 sollen jetzt aufstehen und gegenüber Bürgermeistern, Ortsvorstehern und Ratsmitgliedern die Pläne kritisieren. Dazu rief Walter Herzog, zweiter Vorsitzender der Bürgerinitiative Queichtal, am Donnerstag in Godramstein auf. Für den Landauer Ortsteil gab Ortsvorsteher Wolfgang Kern gegenüber der RHEINPFALZ zu bedenken, dass seiner Ansicht nach die Godramsteiner mehrheitlich nicht gegen den Ausbau seien.

 

Auch unter den rund 90 Anwesenden im Pfarrheim St. Pirmin seien höchstens 25 Männer und Frauen aus dem Landauer Ortsteil gekommen, hatte der Ortsvorsteher beobachtet. Mit der Veranstaltung wollten die Bürgerinitiativen Queichtal und Landau sowie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) darüber informieren, wie Bürger dem Bauvorhaben Barrieren in den Weg legen können.

Raumplaner Hans-Joachim Fette erinnerte als Referent des Abends an mögliche Einwendungen und Einsprüche während der Bürgerbeteiligung. Danach seien Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss denkbar. Der BUND biete entsprechende Leitlinien an, sobald sich der Bau in der entsprechenden Phase befinde.

Armin Osterheld, Lindelbrunner Förster und in der südpfälzischen Öko-Bewegung aktiv, hob den großen Einfluss der Ortsparlamente bei laufenden Planungsverfahren hervor. Sie könnten sich erfolgreich gegen das Vorhaben zur Wehr setzen. "Kaum ein Gemeinderat ist sich dieser Macht bewusst, über die er laut Gesetz verfügt", sagte er. Jedoch rief Ortsvorsteher Kern in Osterhelds Gedächtnis, dass ja der Landauer Stadtrat Nein zum B-10-Ausbau gesagt habe.

Referent Willi Junker vom BUND listete die Ortsumgehungen und neuen Straßen auf, deren Bau im Gespräch ist. Demnach zögen sich dann weitere Verkehrsstränge von Hinterweidenthal nach Wörth und über den Rhein und von Landau nach Weißenburg. Alleine der Ausbau des Abschnitts zwischen Queichhambach und Landau koste 57,7 Millionen Euro, die Arbeiten zwischen Hinterweidenthal und Landau beliefen sich auf 299 Millionen Euro.

Herzog plädierte für ein Umdenken. Anstatt den europäischen Transitverkehr in die Region zu holen, sollten Politiker über alternative Verkehrsträger wie etwa die Bahn nachdenken. Die B 10 reiche für den regionalen Verkehr aus. Deshalb müsse sie nicht ausgebaut werden, was unter anderem dem Erhalt der Lebensqualität diene. Eine Frau sagte, sie glaube nicht, dass zusätzlicher Lärm gut für die Region sei. Ein Mann fürchtete sich vor dem steigenden Wasserpegel der Queich, ein anderer vor den Abgasen.

Quelle: RON - RHEINPFALZ ONLINE, Samstag, 25. Jan , 03:45 Uhr


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