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21.11.2003

 

Landau, B10, Leserbriefe (Rheinpfalz, 19.11.2003): "Von Problematik keine Ahnung"

Zum Leserbrief von Stefan Kempf, der den Mitgliedern der Bürgerinitiative Queichtal vorwirft, ¸¸Nur Egoisten" zu sein
(Rheinpfalz-Ausgabe vom 30. Oktober):

Trotz der angeblich ständigen Wiederholung der Argumente gegen den vierspurigen Ausbau der B 10, Herr Kempf hat offensichtlich viele davon schon wieder vergessen oder nicht verstanden. Wenn er die Diskussion um den Ausbau aufmerksam verfolgt hätte, müsste ihm eigentlich klar geworden sein, dass es den Verantwortlichen in Mainz nur vordergründig um die Anbindung der Westpfalz und die gerade mal 2000 Pendler aus dieser Region geht. Sinn und Zweck ihres Tuns, dies haben unser Ministerpräsident und sein Verkehrsminister immer wieder betont, ist es, neben der A 6 eine weitere autobahnmäßig ausgebaute Straßenverbindung zwischen Ost- und Westeuropa zu schaffen. Dazu soll im dicht bewohnten Queichtal eine 26 Meter breite Trasse für den internationalen Transitverkehr geschlagen werden (...). Selbst Herr Kempf (...) sollte sich ausmalen können, was es hinsichtlich der Lärm- und Schadstoffbelastung für die Anwohner bedeutet, wenn statt täglich 15.000 dann bis zu 50.000 Fahrzeuge durch das enge Queichtal donnern. Angesichts dieser Belastungsdimensionen die Betroffenheit als Egoismus abzutun und dann noch irgendeinen Feldwegausbau mit den Ausbauplänen für die B 9, B 10 oder zweite Rheinbrücke in Bezug zu setzen, zeigt, dass er von der ganzen Problematik leider keine Ahnung hat.

Werner Schreiner, Wernersberg

¸¸Erst einmal in der Sache äußern".              Ebenfalls zu diesem Leserbrief:

¸¸Wenn jemandem die Argumente fehlen, wird er persönlich." Die Wahrheit dieses Sprichworts lässt sich auf jüngste Äußerungen verschiedener Leserbriefe mit dem Thema B 10 anwenden.
Wie meistens in solchen Angelegenheiten wird die schweigende Mehrheit auf die eigene Seite gezogen. Das erkennbare Fachwissen, die Qualität der Argumente und die Differenziertheit der Darstellung auf Seiten der in Bürgerinitiativen organisierten B-10-Gegner, die zusammen mit den Umweltverbänden endlich die negativen Seiten einer Jahrzehnte verfehlten Verkehrspolitik anprangern, ist erstaunlich. Keiner wird bezweifeln, dass mit dem Individualverkehr und dem Straßenbau nicht nur Positives erreicht wurde. Und wenn man genau hinsieht, wird man feststellen, dass eben dieser jahrzehntelange Straßenbau nicht dazu geführt hat, dass die Verkehrsprobleme geringer werden - ganz im Gegenteil! Aus diesem Grund würde ich es für richtig halten, wenn diejenigen, die ohne Argumente in der Sache auf Personen schimpfen, sich einmal in der Sache äußern würden, damit man ihre Argumente den Argumenten der Gegenseite gegenüberstellen und deren Wert beurteilen kann. In den Bürgerinitiativen sind Menschen ehrenamtlich tätig, um für sich und für uns alle in der Südpfalz eine Lebensqualität zu erhalten, die nach und nach verloren zu gehen droht. Diese Menschen tun dies sicher nicht aus Langeweile oder Geltungsbedürfnis. Sie tun das aus der Verantwortung heraus für ihre Kinder, und nicht zuletzt für ihre Nachbarn und Mitbürger, um Entwicklungen aufzuhalten, die andernorts dazu geführt haben, dass die Menschen dort Wochenende für Wochenende wegfahren müssen - dorthin, wo es noch schön ist, um ihr Leben zu ertragen. Das soll uns nicht passieren!

Bernhard Jung, Birkenhördt

¸¸Für eine Nacht Quartier bieten"    Zum gleichen Leserbrief:

Wie kann sich ein gewisser Herr Stefan Kempf aus Gossersweiler-Stein eine Beurteilung zum Thema Ausbau der B 10 erlauben, da er meines Erachtens ja nicht betroffen ist? Ich selbst wohne nur circa 150 Meter von der B 10 entfernt und erlebe tagein tagaus den Lärm, den diese B 10 verursacht, besonders im Sommer ist ein Schlafen bei offenem Fenster kaum möglich, ohne die Nachtruhe zu verlieren. Ich würde gerne Herrn Kempf für eine Nacht Quartier bieten, damit er sich selbst überzeugen und seine Meinung ändern könnte.

Helmut Mohr, Birkweiler

¸¸In Ohren der Bürger wie blanker Hohn"    
Zum Rheinpfalz-Artikel ¸¸Im Schrank wackeln die Gläser" in der Ausgabe vom 5. November:

Ein äußerst anschauliches und sogar unmittelbar fühlbares Beispiel zu den zukünftigen Auswirkungen der aktuellen Verkehrspolitik unserer Landesregierung liefert im Moment die halbseitige B-10-Sperrung im Bereich Wilgartswiesen. Der Verkehr in Richtung Pirmasens wird auf Grund der Sperrung durch den Ort geleitet und belastet die Bewohner auf unerträgliche Art und Weise rund um die Uhr. Gestörte Nachtruhe, ständige Vibrationen in Haus und Wohnung, ständig geschlossene Fenster und Rollläden, fehlende Ruhe und Erholung, eingeschränkte Kommunikation, Gereiztheit und gesundheitliche Beeinträchtigungen sind nur einige der Folgen, die durch diesen Horror verursacht werden. Das gleiche Szenario ist zu erwarten, wenn die Planungen unseres Ministerpräsidenten und seines Verkehrsministers eines Tages Realität werden und weitere Abschnitte der B 10 von Westen und Osten her bis an die Tunnels vierspurig ausgebaut werden.

Bedenkt man, dass durch den Ausbau das Verkehrsaufkommen auf 50.000 Fahrzeuge pro Tag anwachsen soll, ergeben sich die Staus vor den Tunnels geradezu zwangsläufig.

Zur Umgehung dieser Staus wird sich der Verkehr dann natürlich Ausweichstrecken durch die Orte im Queichtal suchen. Aufgrund der höheren Verkehrszahlen mit Verkehr in beiden Richtungen noch mit wesentlich gravierenderen Auswirkungen und Folgen als momentan in Wilgartswiesen. Mit den aufgestellten Halteverbotsschildern verbietet man zurzeit den Anwohnern das Parken vor ihrer eigenen Haustür. Die Alibi-Behauptung, damit Lärm und Abgase zu reduzieren, muss in den Ohren der Bürger wie blanker Hohn klingen. Den Transit-Brummis wird sogar noch freie Bahn geschaffen, um ungehinderter, schneller und gefährlicher durch den Ort zu donnern. Wie einfach wäre es, diesen Wahnsinn in Wilgartswiesen zu unterbinden und wenigstens die Hauptbelastungsquelle Schwerverkehr weiträumig, zum Beispiel über die A 62 und A 6 umzuleiten. Offensichtlich sind die Belange der B-10-Anlieger den Politikern und Verkehrsplanern aber herzlich egal. Freie Fahrt ohne Rücksicht auf Verluste ist deren Devise. Wer glaubt, dass bei einem vierspurigen Ausbau die Belange der Menschen im Queichtal berücksichtigt würden, kann weiterträumen.

Markus Braun, Wernersberg

¸¸Martyrium aus Gestank und Lärm"              Zum gleichen Artikel:

Jetzt ist es Zeit, dass alle Gemeinden, Bürgerinnen und Bürger entlang der B 10 von Pirmasens bis Landau aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Das Martyrium aus Gestank, Lärm und Gesundheitsgefährdung, welches die Wilgartswiesener derzeit erleben, ist in allen anderen Orten genauso möglich! Dagegen hilft kein B-10-Ausbau, sondern nur Verbot für Lkw-Transit auf der Strecke und strenge Geschwindigkeitskontrollen für die, die dann noch darauf fahren dürfen. Ist die B 10 erst einmal ausgebaut, lässt sich das viel schwerer umsetzen. Sicher ist aber jetzt schon, dass auch bei vierspuriger B 10 Ausbesserungsarbeiten an den Brücken notwendig werden. Nur, dann wird noch mehr Verkehr über diese Straße rollen.

Barbara Lampert, Rinnthal

Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.268
Datum: Mittwoch, den 19. November 2003
Seite: Nr.20


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