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12.05.03

 

B 10-Ausbau Reizthema im Westerwald

 

Mainz sollte über Prioritäten noch einmal nachdenken

Selbst der sprichwörtliche kalte Westerwaldwind pfeift neuerdings den Befürwortern eines vierspurigen Ausbaus der B 10 zwischen Landau und Pirmasens um die Ohren. "Gleichbehandlung" mit dem B 10-Ausbau nämlich fordert Peter Paul Weinert, Landrat des Westerwaldkreises, in einem Brief an Ministerpräsident Beck für seine B 255, indem er schreibt: "Wenn dieselben Maßstäbe angelegt werden wie bei der B 10, müsste der Ausbau unserer Straße sofort begonnen werden".

 

Der empörte Landrat und sein Kreistag reagieren damit auf eine Meldung der RHEINZEITUNG, der zufolge die Finanzierung der B 10 durch das Land zugesichert wurde, wohingegen die bisher im Bundesverkehrswegeplan als "vordringlich" ausgewiesene Fortführung der B 255 nach Norden im Entwurf zum neuen BVWP nicht nur in den "weiteren Bedarf" zurückgestuft, sondern auch deren vierspuriger Ausbau ganz gestrichen ist; von ersatzweiser Finanzierung durch das Land keine Spur.

Dabei liegt im Gegensatz zum B 10-Projekt für die B 255 bereits Baurecht vor; Widerstände von Umweltschützern, insbesondere vom dortigen BUND, gibt es nicht; die Notwendigkeit des Straßenprojektes wird allgemein eingesehen; der Ausbau lässt eine echte Entlastung der Bevölkerung erwarten. Als Verbindung zwischen der A 3 und der A 45 hätte diese Straße überregionale Bedeutung; sie würde eine Lücke im europäischen Fernstraßennetz schließen.

Den Gegnern des B 10-Ausbaus fehlt jedes Verständnis dafür, dass das Land seine dramatisch knappen Finanzmittel unbedingt in ein in der Bevölkerung heftig umstrittenes Straßenprojekt fließen lassen möchte, während es anderwärts einer völlig im Konsens befindlichen Infrastrukturmaßnahme die kalte Schulter zeigt.

"Gleichbehandlung" wird Mainz sich wohl nicht leisten können; jedoch eine Verschiebung der Prioritäten von einem umstrittenen zu einem unumstrittenen Straßenprojekt sollte es sich überlegen.

Quelle: BUND Rheinland-Pfalz


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