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03.02.2004

 

Allein die Beteiligten entscheiden

Informationsveranstaltung zu B10-Vermittlungsverfahren in Birkweiler

¸¸Die Parteien finden eigene Lösungen", laute ein Kernsatz der Mediation, sagte gestern Abend in Birkweiler Dr. Christoph Ewen, Konfliktmanager und Teilnehmer am Vermittlungsverfahren zum Frankfurter Flughafen-Ausbau. Vor 140 Besuchern einer Veranstaltung des BUND informierte der Experte im Vorfeld der Mediation für den B-10-Ausbau in der Südpfalz über das, was den Teilnehmern ab 11. Februar bevorstehen dürfte.

Dann beginnt die Vermittlung, die von der Landesregierung gestartet wurde. ¸¸Die Mediatoren unterstützen die Parteien, sie entscheiden nicht selbst", stellte Ewen klar. Wichtig sei, beim ersten Treffen zu klären, über was überhaupt geredet wird: Gehe es darum, in welcher Weise der B10-Ausbau erfolgen soll, oder darum, ob überhaupt vierspurig ausgebaut werden muss? Gesucht sei eine Lösung, die für beide Seiten einen Gewinn bedeute, beschreibt der Experte den Idealfall. Problematisch könne es in der Mediationsrunde werden, ¸¸wenn destruktive Elemente überwiegen". Das sei immer wieder bei Repräsentanten von Verbänden der Fall, ¸¸die nur dann wichtig sind, wenn der Konflikt besteht". Ewen: ¸¸Die wollen das Problem gar nicht lösen."

Hüten müsse man sich vor der Vorstellung, ¸¸dass die Mediation alle Probleme löst", sagte der Experte. Es werde - auch wenn es am Ende eine gemeinsame Linie gebe - dennoch zu Gerichtsverfahren kommen, ¸¸damit muss man rechnen." Rechtlich verbindlich könne eine Mediations-Übereinkunft ohnehin nicht sein. Wenn - wie beim Straßenbau - Rechte Dritter berührt seien, könne nur ein verfassungsgemäß legitimiertes Organ, also ein Parlament, eine Regierung oder deren Verwaltung die Entscheidungen treffen. Aber: ¸¸Das Ergebnis der Mediation kann durch breite öffentliche Akzeptanz eine faktische Bindungskraft erlangen."

Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.28
Datum: Dienstag, den 03. Februar 2004
Seite: Nr.15


 

Bürgerinitiative fordert Planungsstopp

¸¸Moratorium für Dauer des Mediationsverfahrens"

BIRKWEILER. Im Vorfeld des Mediationsverfahrens zum umstrittenen Ausbau des südpfälzischen Abschnitts der Bundesstraße 10 hat die Annweilerer Bürgerinitiative Queichtal einen vorübergehenden Planungsstopp gefordert.

Dieses Moratorium sollte für die Dauer des Schlichtungsverfahrens gelten, sagte gestern der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Walter Herzog. Die Bürgerinitiative, die den vierspurigen Ausbau der B 10 strikt ablehnt, gehört der Mediationsgruppe an, in der Befürworter und Gegner des Projekts gemeinsam Lösungen suchen sollen. Die rund 25-köpfige Gruppe wird sich am 11. Februar im südpfälzischen Leinsweiler zur ersten Sitzung treffen. Die Mediation war von der Landesregierung wegen der Auseinandersetzungen um den geplanten Ausbau eingeleitet worden, sie ist dem Genehmigungsverfahren vorgeschaltet.

Am Rande einer Informationsveranstaltung des BUND Rheinland-Pfalz zu diesem Verfahren sagte Herzog gestern in Birkweiler (Kreis Südliche Weinstraße), mit einem befristeten Planungsstopp könne das Land eine vertrauensbildende Maßnahme für den Schlichtungsprozess leisten. Einen entsprechenden Antrag habe die Bürgerinitiative Queichtal, die nach eigenen Angaben rund 300 Mitglieder zählt, bereits gestellt, darüber solle bei der ersten Sitzung der Mediationsgruppe gesprochen werden, so Herzog.

Am Abend begrüßte Herzog vor 140 Interessierten im Birkweilerer Dorfgemeinschaftshaus das Mediationsverfahren als ¸¸ein Stück mehr Demokratie" und fügte hinzu: ¸¸Wir sind guten Mutes, im Konsens mit unseren Mitbürgern in der Westpfalz eine Lösung zu finden, mit der alle leben können." Für die südpfälzischen B-10-Ausbaugegner werden in der Mediationsrunde der BUND, die Bürgerinitiativen Queichtal und Landau sowie der Verein ¸¸Südpfalz Mobil" vertreten sein, wie am Abend zu erfahren war. Für das Land wird unter anderem Baudirektor Kurt Ertel, Leiter des Straßen- und Verkehrsamts Dahn/Bad Bergzabern, teilnehmen.

Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzer Tageblatt
Ausgabe: Nr.28
Datum: Dienstag, den 03. Februar 2004
Seite: Nr.14


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