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28.02.00
Pressemitteilung der rheinland-pfälzischen Landesverbände von BUND und NABU

Umweltschützer mahnen zu Nachdenklichkeit und Besonnenheit

Südpfalz und Bienwald vertragen keine Autobahn. Die Belastungsgrenzen für Mensch und Natur sind dort bereits erreicht. Daher ist auch das Thema Bienwald für St.-Florians- Gedanken absolut ungeeignet. Ein mögliches Gezerre zwischen Anhängern einer Ost- und denen einer Westvariante wäre nur schädlich. Es würde den Menschen der Region in ihrem gemeinsamen Kampf gegen den Moloch Verkehr nur Nachteile bringen.

Dies ist die gemeinsame und abgestimmte Position der beiden größten rheinland-pfälzischen Umweltverbände BUND und Naturschutzbund (Nabu).

Die sogenannte Hagenbach-Variante ist für den betroffenen Großraum nicht minder belastend als die von der Landesregierung mit nicht zu überbietender Deutlichkeit ("Der Bienwald ist gerettet") verworfene Trasse über die derzeitige B9. Dies zeigen folgende Gesichtspunkte:

  • Am Wörther Kreuz würde nach Verkehrsprognosen die Leistungsfähigkeitsgrenze des vorhandenen zweibahnigen Querschnitts deutlich überschritten.

  • Das aber führt zu weiteren Belastungen im Bereich Wörth / Maximiliansau durch zwangsläufig weiteren Ausbau.

  • Die Querspange Süd zwischen Berg und Neuburg würde wahrscheinlich neue Aktualität bekommen.

  • Vor allem aber auf der K16 würde der Durchgangsverkehr für Büchelberg auf das Drei- bis Vierfache des derzeitigen Aufkommens anwachsen. Denn der mit der Hagenbach - Variante geplante Rückbau der B9 und der K19 wird eine gewaltige Verkehrsmenge in der Relation Kandel - Lauterburg auf die Strecke Minfeld - Büchelberg - Scheibenhardt umlenken.
    Dabei ist noch nicht berücksichtigt, welcher Verkehr durch das evtl. in Scheibenhardt (Frankreich) entstehende Outlet Center induziert wird.

Diese enorme Verkehrsverlagerung ist umso widersinniger, als die wichtigsten, zahlreichsten und schützenswertesten Biotope sich entlang gerade dieser K16 befinden. Ein solcher Zerschneidungseffekt würde sie weitgehend entwerten. Dies aber wäre absolut unverträglich mit den Zielen des Naturschutzgroßprojektes Bienwald.

Nichts anderes bestätigt auch die mit der neuen Trassenplanung vorgelegte Umweltverträglichkeitsstudie.

Der BUND hat vor wenigen Jahren auf zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen zwischen Straßburg und dem Mutterstadter Kreuz auf die Folgen, die durch eine Autobahn im Bienwaldbereich für die Bevölkerung entstehen würden, hingewiesen und dabei viel Resonanz gefunden. Denn Transitwege werden für 40-Tonner und nicht für die Menschen der betroffenen Region gebaut.

An der Argumentation von damals hat sich auch durch eine Hagenbach-Variante nichts geändert.

Und wenn die neugegründete BI Hagenbach bei einer solchen ganzheitlichen Betrachtungsweise mitzieht, ist sie nicht weniger unterstützenswert als die BI Bienwald.

Weitere Informationen beim BUND-Regionalbüro Pfalz

Fon 06341/381672, Fax: 06341/381673,

E-Mail: [email protected]

oder beim

Landesvorsitzenden des BUND RP: U. Mohr Telefon 06347/1624

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Herzlichen Dank für Ihr Interesse!