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28.06.2008

 

Gleisarbeiten decken auf:

 

Anspruch der Südpfälzer auf zukunftsfähige Mobilität wird nicht ernst genommen

 

 

Rundschreiben soll Politiker der Region aufrütteln

 

Vordringlich: Regionalexpress zwischen Westpfalz und Technologieregion Karlsruhe

 

„Können Sie sich vorstellen, dass die Bahnstrecke Landau – Neustadt für 10 Tage total gesperrt und stattdessen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet wird?“ Mit dieser Frage konfrontiert der Vorsitzende des Fahrgastverbandes SÜDPFALZ  MOBIL  Magnus Hellmich  in einem Rundschreiben sämtliche Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie Landräte und Oberbürgermeister der betroffenen Region.
Ausgelöst wurde das Schreiben durch die bis zum 30. Juni dauernden Gleiserneuerungsarbeiten auf der Strecke Wörth - Kandel. Hellmich möchte damit auf die anhaltende, vergleichsweise stiefmütterliche Behandlung hinweisen, die den Pendlern und Fahrgästen auf der Schienenstrecke zwischen Landau und dem Ballungsraum Karlsruhe widerfährt. Der z. Zt. vorgenommene Weichen- und Gleisumbau zwischen Kandel und Wörth wäre – wie an anderen Bahnstrecken - auch nachts und an Wochenenden zu bewerkstelligen, eine Fahrzeitverlängerung während der Hauptverkehrszeit „von ca. einer halben Stunde und mehr“ müsste niemandem zugemutet werden. Überhaupt würde eine überfällige durchgängige Zweigleisigkeit das ganze Problem entschärfen.

 

So aber erinnere die ganze Misere wieder einmal an die verkehrspolitischen Unterlassungssünden der Vergangenheit: In den 90-er Jahren sei die einmal vorgesehene Herstellung von durchgehender Zweigleisigkeit auf dem seit langem eingleisigen Streckenabschnitt Winden – Kandel – Wörth  -  wohl zugunsten von Straßenprojekten und mit Zustimmung der regionalen Politik – wieder aus dem Bundesverkehrswegeplan entfernt worden. Wie dringend aber eine solche Infrastrukturverbesserung auf der Schiene wäre, offenbaren nicht nur die vorgesehenen vorübergehenden Baumaßnahmen, sondern noch viel mehr die vielen Zugverspätungen und teilweisen Zugausfälle aufgrund der hochproblematischen Eingleisigkeit im Abschnitt Winden – Kandel - Wörth.

 

Der schludrige Umgang der Verkehrsplaner mit den Mobilitätsbedürfnissen der Südpfälzer ist auch daran ersichtlich, dass mit Sicherheit die „aufs extremste belastenden“ Staus auf der z. Zt. ebenfalls durch Baustellenverkehr auf jeweils eine Fahrspur verengten A 65 noch unerträglicher werden durch aufs Auto umsteigende Pendler. Höhepunkt war am Montag, dem 23. Juni, als im nachmittäglichen Berufsverkehr ein PKW in der Baustelle liegen blieb und die Richtungsfahrbahn nach Landau für längere Zeit total blockierte.

 

In weiteren Zusammenhängen gedacht würde eine Regionalexpress(RE)-Verbindung Karlsruhe – Queichtal - Saarbrücken viel Berufsverkehr von der Straße auf die Schiene bringen. Dieser Gedanke aber wird seit langem konsequent hintertrieben und als utopisch lächerlich gemacht. Dabei läge eine schnelle Verbindung der Westpfalz mit der Technologieregion Karlsruhe mehr als nahe.

 

In Zeiten, in denen sich die Fortbewegung auf der Straße – zumindest für Normalverdiener - allmählich der Unbezahlbarkeitsgrenze nähert, müssten Politik und Planer endlich begreifen, dass Investitionsmittel vordringlich in die Optimierung des ÖPNV zu fließen hätten, anstatt in dreistellige Millionenprojekte wie B 10-Ausbau, zweite Rheinbrücke bei Wörth u. v. a. m.

 

Der seit geraumer Zeit deutlich wachsenden Bereitschaft der Bevölkerung, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, müsste mittels RE und Reaktivierung endlich ein spürbares Angebot gemacht werden – auch in der Südpfalz und nicht erst mit einem Jahresfahrplan 2015.

Quelle: SÜDPFALZ MOBIL


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