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19.06.2006

 

Jahreshauptversammlung beim BUND Südpfalz

 

Umweltorganisation zieht Bilanz

 

„Verhinderer-Mythos“ unangemessen

 

LANDAU.  Über eine „gedrängte Fülle von Aktivitäten und Themen“ konnte jüngst BUND-Vorsitzender Reinhold Siener auf der gut besuchten diesjährigen Jahreshauptversammlung seiner Kreisgruppe im BUND Rheinland-Pfalz berichten. Mit starker Betroffenheit reagierte die Versammlung auf die gerade eingetroffene Nachricht von der Entscheidung der SGD-Süd für die Nordvariante einer 2. Rheinbrücke bei Wörth. Während die Stadtbahn von Germersheim über Wörth nach Karlsruhe wegen Kürzung der Regionalisierungsmittel durch Berlin wieder auf der Kippe steht, solle nun zu den sechs Spuren der bestehenden Brücke ein weiteres 80-Millionen-Brücken-Projekt hinzugefügt werden.

 

Mit Bedauern stellte Siener fest, dass der südpfälzische BUND auch im vergangenen Jahresabschnitt gezwungenermaßen sich wieder überwiegend mit Verkehrsthemen zu beschäftigen hatte. Mit Entschiedenheit trat er dem „Mythos vom Verhinderer BUND“ entgegen. Das eigentliche Problem sei die Politik, die gegen Gesetzeslage und ihre eigenen Vorgaben mit aller Gewalt nicht Durchsetzbares durchsetzen möchte, anstatt sich – unter Verzicht auf gerichtliche Auseinandersetzungen  -  gleich auf Alternativen einzulassen. Wären die verkehrspolitischen Vorstellungen der Umweltorganisation nicht rational und allgemein einsichtig, wäre es ihr nie gelungen, in einer ganzen Reihe von Fällen, manchmal Dutzende von Gruppen, Initiativen und Verbände zu fachlicher und materieller Zusammenarbeit zusammenzuführen.

 

Erst jüngst durfte ein BUND-Vertreter sogar in Straßburg bei einer Demonstration von ca. 2.500 Menschen in Begleitung von ca. 100 Traktoren gegen die heftig umstrittene Westumgehung von Straßburg unter starkem Beifall auf den verkehrspolitischen Zusammenhang zwischen Westumgehung und Bienwaldautobahn hinweisen.

 

Viel lieber wäre den BUND-Aktiven, wenn sie sich verstärkt wieder dem Arten- und Landschaftsschutz in einer so hinreißenden Landschaft wie der Südpfalz zuwenden könnten. Denn: auch hier lägen Probleme buchstäblich vor der Haustür.

 

So habe in jüngster Vergangenheit ein privater Verursacher durch illegale Eingriffe Teile eines Naturschutzgebietes in eine Mondlandschaft verwandelt. Diesem frevelhaften Tun habe inzwischen der Staatsanwalt auf Betreiben des BUND einen Riegel vorgeschoben. Oder: Ein Spaziergang von gerade mal zwei Stunden in der Gemarkung einer südpfälzischen Ortsgemeinde habe zur Entdeckung von 50 Stellen mit illegalem Herbizideinsatz auf öffentlichen Flächen geführt. Besorgnis errege auch nach Sieners Darstellung eine wieder zunehmende Vermüllung der Landschaft  -  vor allem oft auf naturnahen Flächen.

 

Praktischer Artenschutz durch Biotoppflege werde von der Kreisgruppe an verschiedenen Stellen betrieben  -  so etwa am Birnbach bei Landau-Queichheim oder auf der Kleinen Kalmit. Ebenso bringe sich die Kreisgruppe mit Heike Krippner in die Arbeit an Ganztagsschulen ein. Beim Kinderferienprogramm im Rahmen des Ferienpasses des Kreises SÜW und der Stadt Landau arbeitet die BUND-Jugend in Kooperation mit der FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr)-Stelle des BUND auf dem Lindelbrunn zusammen.

 

Außerdem beginnt der BUND sich um das Altlastenproblem im Kreisgebiet zu kümmern, ebenso wie er sich des Themas rapide zunehmender Grundwasserentnahmen durch den Intensivgemüsebau annehmen will.

 

Quelle: BUND Kreisgruppe Südpfalz


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