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24.05.2005

 

Der Neding, ein Felsriff bei Hauenstein, ausgewiesen als Naturdenkmal, befindet sich mitten im Biosphärenreservat Pfälzerwald.

 

Zwischen der Bahn im Tal der B10 im Norden und der Queich im Süden, erhebt sich der 336,3 m hohe Berg mit einem als Naturdenkmal ausgewiesenem bis zu zwölf Meter hohem Felsenriff auf seinem Rücken.


Bevor die Queich das Tal der Bahn und den Fernverkehrsweg B10 erreicht und danach über Annweiler und Landau dem Rhein zustrebt, begleitet der junge Bach die K38 von Hauenstein bis zum Ortseingang Wilgartswiesen.


Von dieser Straße aus ist der Neding mit teilweise freistehendem Fels zusehen.

 

 

 

 

 

Interessante Formen im Bundsandstein, zum Beispiel gleich zu Anfang ein großes Felsentor, leuchtende rotbraune Farben sowie überraschende die Formen und Strukturen im Fels und darüber hinaus eine herrliche Aussicht, machen den Neding bei guten Wetter zum beliebten Wanderziel.

 

Der Bewuchs ist einfach und für die Region typisch. Neben den meist kleinwüchsigen Bäumen, wie Eichen, Vogelbeere, Birken und Kiefern, findet man Flechten und eine Krautschicht mit Moosen, Farnen, Gräsern, Heidelbeeren einigen Glockenblumen und Heiden. Neben orangebauchige Waldeidechsen, Libellen, Hornissen, allerlei Fliegen, Käfer, Ameisenlöwe und natürlich Ameisen, sind einige Vögel, Marder und Schnecken an zu treffen. Regelmäßig im späten Sommer sind hier ganze Schwärme von fliegenden Armeisen beim Hochzeitstanz zu beobachten.

 

Der Forstwegebau am Südhang hat hier hässliche Narben hinterlassen.

Augenfällig sind auch die Fußspuren der Nutzer, diese sind am und auf dem Felsen deutlich zu sehen. Dieses vor allem, weil sich kaum jemand an die vorgegebenen Wege hält und somit an vielen Stellen tiefe Erosionsrillen entstanden sind.  

Aber auch von einigen wenigen Kletterern werden die Felswände besucht. Außerdem hat eine Kletterschule dort ihren Übungsklettergarten eingerichtet, deren Betrieb dann auch reichliche Spuren hinterlässt.

 

Die Nutzung durch Kletterer wie Wanderer und neuerdings Radler, hinterlässt deutliche Zeichen. Dies lässt sich nicht vermeiden, aber sehr wohl minimieren.

Doch auch die um den Fremdenverkehr bemühten Vereine und Personen hinterlassen in ihrer Emsigkeit, mehr Spuren als unbedingt nötig wäre.

 

Die Folge, ein großer Teil des nicht oder nicht weit über die Baumspitzen reichenden Felsen ist einer übermäßigen Erosion ausgesetzt.

Des weiteren ist die Südseite am Neding schon vor Jahren weiträumig freigestellt worden, um den Felsen besser und von weither sichtbar zu machen.

 

Aber viel schlimmer ist, dass auch oben auf dem Fels, die eigentlich unter Schutz stehenden Krüppelkiefern und Sträucher sowie andere Bäume, ja anders kann man es nicht sagen, verkrüppelt worden sind.

Als Waldfrevel war so etwas früher unter Strafe gestellt.

 

Das alles findet im übrigen so, aber auch noch schlimmer, an fast allen Felsen im Wasgau statt.

 

Immer wieder zu hörende Ausreden sind die beliebte Verkehrsicherungspflicht oder forstliche Maßnahmen, obwohl für Arbeiten im Naturschutz, wie man sonst immer hört, ja kein Geld da ist.

 

Es scheint als beachte Niemand die Vorschriften oder Verordnungen. Es entsteht der Eindruck dass sich ein Jeder über Verordnungen und Gesetze hinwegsetzt, die den Wasgau als einzigartige Landschaft erhalten sollen.

 

Der vermeintliche Gewinn als Ziel steht hier im Vordergrund.

Und die Natur verliert.

Von einem wohl überlegten, rücksichtsvollen Vorgehen oder Handeln kann hier keine Rede sein.

 

Dabei gibt es neben den Gefälligkeitsgutachten der letzten Jahre einige Untersuchungen darüber, was sich der Besucher unter dem Naturpark Pfälzerwald als Biosphärenreservat oder Erholungsgebiet vorstellt.

 

Nach nur fünfzehn Minuten und einem wenig beschwerlichem Weg durch einen Kiefernforst, erreicht der Besucher die Felskuppe, und beschreitet hier oben einen schmalen Pfad im Schatten von Kiefern und Birken.

Rund fünfzig Meter sind es, die den Wanderer durch den auf diesen Standort bedingten spärlichen Bewuchs führen.

 

Doch nur ein paar Meter weiter die Wirklichkeit, diese sieht ganz anders aus. Das vermarkten, der Ausverkauf der Landschaft hat begonnen.

Die folgenden Bilder zeigen den Neding, so wie ihn die mit der Natur verbundenen Menschen im Namen und zum Wohle des Fremdenverkehrs, mit Axt und Säge zurechtgestutzt haben.

Man erreicht den völlig von allen Bäumen und Sträuchern befreiten Aussichtspunkt.

 

Schon um neun Uhr am frühen Morgen, ist es hier so heiß, dass der Aufenthalt in der schattenlosen Zone nach nur kurzer Zeit zur Qual wird und die Sonne den Schweiß in Strömen fließen lässt.

 

 

 

 

 

 

 

Für eine bessere Aussicht zu schaffen wäre die Wegnahme einer der Kiefern noch vertretbar gewesen.

 

Doch wer entscheidet das?

 

Immerhin, so ist ein wunderschönes Bild für Natur und Umwelt, der Liebe zur Heimat und der Natürlichkeit im Pfälzerwald entstanden.

 

 

 

 

 

 

Die Folge: die große Hitze, das fehlende Wasser, der schwindende  Sand, das macht den Pflanzen hier zu schaffen.

 

Der krautige Bodenbewuchs und die hier natürlicherweise vorkommenden Bäume gehen weiter zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Erosion schreitet dadurch noch schneller voran.

Die Folgen sind nicht mehr gut zumachen.

 

Für die nächsten hundert Jahre.

Ja vielleicht sogar unwiederbringlich! 

 

Der alte Abseilhaken auf dem vorherigen Bild, vor weniger als 70 Jahren angebracht, war einmal bündig im Felsen eingelassen, schaut jetzt aber gut 20 cm aus dem Boden heraus.

 

Wo das alles geblieben ist, zeigt das nebenstehende Bild mehr als deutlich.

Die Oberfläche durch Regentropfen aufgewühlt, so ist der Boden in Bewegung geraten und wird nach und nach von Fels abgespült.

 

Unter den hier vormals oder natürlicherweise vorkommenden und den hier herrschenden Bedingungen, den angepassten Bewuchs und einer dadurch ausreichenden Humusauflage gäbe es das so nicht.

 

Mit dem neuen, geflügelten Begriff Kulturlandschaft wird eigentlich nur klargestellt, dass die Natur zweitrangig ist.

Eine Natürlichkeit ist nicht gewollt oder sie hat sich in jedem Fall den Bedingungen oder Anforderungen die der Mensch stellt, unterzuordnen.

 

 

Hinter den Bänken, mit Blick über die B10 in den nördlichen Pfälzerwald, sieht der Untergrund wie auf diesem Bild aus.

 

Der Humus ist noch da, doch der Boden ist staubtrocken, kaum Kraut, kein Strauch, kein Halm, kaum noch Leben.

 

Noch werden die Humusbrocken von Wurzeln der eingehenden Moose zusammengehalten. Doch die Winderosion hat auch hier schon eingesetzt.

 

Die Gerippe der Bäume sind noch da, jedoch schon ohne Leben, nur noch als Denkmäler stehend.

 

Wie lange das kleine Bäumchen daneben noch steht, wer weiß das jetzt schon so genau.
An dem Zwerg lässt sich aber abschätzen, wie die großen aussahen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Naturdenkmäler im Biosphärenreservat Pfälzerwald.

© Walter Stutterich        Walter.Stutterich@bund.net


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