++ [Artikel zu Naturschutz] ++
25.02.2008
Südpfalz ein
Aktionsschwerpunkt für bundesweites Wildkatzenprojekt des BUND
Eine einzige „Leitart“ als Lebensretter für viele Pflanzen und Tiere
„Damit
steht dem BUND Südpfalz und seinen Mitstreitern eine Riesenaufgabe bevor“,
so kommentierte BUND-Südpfalz-Vorsitzender Reinhold Siener die Ergebnisse einer
jüngst stattgefundenen Gesprächsrunde, die die vor Ort zu erbringenden
Leistungen zum bundesweiten und bisher ehrgeizigsten mitteleuropäischen
Naturschutzgroßprojekt des BUND zum Gegenstand hatte. Es geht um eine wirksam
verbesserte Vernetzung von Fauna und Flora mit Hilfe der „Leitart“
Wildkatze im äußersten Süden der Südpfalz.
Es gibt Nachweise für noch bestehende Wanderungen von Wildkatzen zwischen nahezu verinselten Vorkommen im Wasgau und im Bienwald. Diese verlaufen zwischen Schweighofen und Kapsweyer, um nördlich von Oberotterbach Anschluss an den Pfälzerwald zu finden. In diesem Gebiet sollen der Natur mittels wiederhergestellter Verbreitungswege Impulse für verstärkten genetischen Austausch gegeben werden. Von einer besseren Vernetzung würden auch andere bedrohte Tierarten wie z. B. Dachs und Rebhuhn profitieren.
Hintergrund für das Vorhaben ist das Wildkatzenprojekt des BUND-Bundesverbandes, der zur Lebensraumvernetzung der in Deutschland noch vorhandenen Wildkatzenpopulation von ca. 3.000 bis 5.000 Exemplaren – davon etwa die Hälfte in Rheinland-Pfalz – ein weiträumiges ca. 20.000 Kilometer umfassendes Rettungsnetz aus Büschen und Bäumen knüpfen will.
Aus dieser Zielsetzung ergibt sich eine Fülle unterschiedlichster Aufgaben und Maßnahmen für die Südpfälzer Naturschützer. Da die auf Wälder spezialisierte äußerst scheue Wildkatze (Felis silvestris) nur entlang von Gehölzsäumen zur Überwindung größerer Freiflächen bereit ist, müssen ihr wieder Korridore durch die ausgeräumte und stellenweise lebensfeindliche Landschaft der Rheinniederung angeboten werden.
Dazu
sind mögliche Trassen in der Landschaft zu erkunden, die durch
Siedlungsferne, Verkehrsarmut und Artenreichtum in Zukunft eine ungestörte
Durchgängigkeit als machbar erscheinen lassen. Das Ziel Durchgängigkeit aber
setzt ganz gezielte Einzelmaßnahmen voraus: Flächenstilllegungen,
umfangreiche Bepflanzungen – wie neulich in Thüringen mit Zehntausenden von
Gehölzen -, Einbeziehung vorhandener Grünzüge, Straßenüberquerungshilfen,
einfachste Gewässerüberbrückungen, jährliche Pflegeaktionen u. v. a. m.
Ein solches Rettungsnetz entsteht nur bei ebenfalls guter Vernetzung zahlreicher Kooperationspartner. Hierzu gehören als Wunschpartner in erster Linie: die betroffenen Kommunalverwaltungen, die Landwirtschaft, die Jägerschaft, die Umwelt- und Straßenbehörden sowie befreundete Naturschutzorganisationen. Aber auch großzügige Sponsoren sowie engagierte Einzelpersonen aus allen Gruppen der Bevölkerung sind hochwillkommen.
Wie gut ein solches „Ziehen am gleichen Strang“ funktionieren kann, zeigt ein erstes großes Erfolgsbeispiel im nördlichen Rheinland-Pfalz. Dort hat die Einigung des BUND mit dem Betreiber des Flughafens Frankfurt-Hahn auf dem Hunsrück dazu geführt, dass in gegenseitigem Einvernehmen großflächige Lebensräume der Wildkatze vor einer Rodung bewahrt werden konnten. Im Sinne einer solchen gedeihlichen Zusammenarbeit wird die BUND-Kreisgruppe in nächster Zeit Kontakte aufnehmen.
Die Wildkatze gab es flächendeckend in den Urwäldern Deutschlands längst, bevor die Römer die leicht zu verwechselnde Hauskatze zu uns gebracht haben.
Der anlaufende Wildkatzenschutz wird z. Zt. in ganz Deutschland begleitet von einer Öffentlichkeitskampagne mit Anzeigen in großen überregionalen Zeitungen, Großplakaten und Postern. Das Projekt erfordert auch eine gewisse Spendenbereitschaft der Bevölkerung.
Für Rückfragen: 06341-38 16 71 (BUND-Regionalbüro Südliche Pfalz)
Spendenkonto (Stichwort „Wildkatze Südpfalz“): 792500 bei der VR-Bank Südpfalz, BLZ 548 625 00
Quelle: BUND Kreisgruppe Südpfalz
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de
++ [Artikel zu Naturschutz] ++ [oben ] ++