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28.10.2003

 

Neustadt: Neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere

HASSLOCH: Drei neue Biotope südlich des Haßlocher Walds - Gemeinschaftsaktion von Kreis und BUND

In einer Gemeinschaftsaktion der BUND-Ortsgruppe Haßloch und der Landespflege des Kreises werden zurzeit auf Wiesen südlich des Haßlocher Waldes drei neue Teiche angelegt, durch die das Vorhaben ¸¸Biotopvernetzung" vorerst abgeschlossen wird. Ferner werden im Zuge dieser Aktion zwei kleine, inzwischen verlandete Teiche der Gemeinde neu ausgebaggert und zu einem Teich vergrößert. Die ¸¸Landesstiftung Natur und Umwelt", der BUND sowie das Land und der Kreis finanzieren die Maßnahmen. Beim BUND und der Landespflege geht man davon aus, dass sich die neuen Flach- und Laichgewässer ebenso rasch zum Biotop entwickeln wie die bereits vorhandenen Weiher.

Ziel der Gesamtmaßnahme ist, im so genannten Rehbach/Speyerbach-Schwemmkegel eine Biotopvernetzung zwischen beiden Fließgewässern herzustellen. Damit soll insbesodere für Amphibien wieder Lebensraum geschaffen werden, der im Laufe von Jahrzehnten aus unterschiedlichen Gründen verloren gegangen war. Bereits in den 90er Jahren hatte das Land das Projekt ¸¸Artenschutz Amphibien" ins Leben gerufen, weil die Population zahlreicher Arten dieser Land- und Wasserbewohner dramatisch zurück gegangen war.

Manche, wie Laub-, Moor- oder Springfrosch, waren ebenso aus dieser Region verschwunden wie die Knoblauchkröte und einige Molcharten. Einige Spezies, so die Umweltaktivisten, seien bereits wieder heimisch geworden. Doch geht es dabei nicht ausschließlich um Frösche und Molche. Von Kleinlebewesen bis hin zu Großvögeln wie Reiher und Störche wurden die bereits bestehenden Biotope angenommen. ¸¸Das Leben in diesen Bereichen hat sich toll entwickelt, und das gilt nicht nur für Tiere, sondern auch für Pflanzen, das zeigen laufende Beobachtungen", sagte BUND-Ortsvorsitzender Rudi Otterstätter im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Ähnlich bewertet dies auch Hans Heinrich Meyer, Landespfleger des Kreises. Die Situation bei bedrohten Arten habe sich positiv entwickelt, doch von einer Stabilisierung könne man noch nicht sprechen, so Mayer. Von den neuen Teichen erhofft auch er sich eine weitere Verbesserung.

Die neuen Biotope entstehen in der ¸¸Lachgewanne" und ¸¸Oberhalb des Philipptal" (oberhalb der ¸¸Königswiesen") sowie bei den ¸¸Waldalmen" und Storchenwiesen unterhalb des Bruchhofs. Das erforderliche Gelände wurde vom BUND gekauft.

Mitgeholfen bei der Zusammenlegung von Wiesen hat auch das Kulturamt Neustadt auf dem Wege von ¸¸Freiwilligem Landtauschverfahren". Die Kosten für den Grunderwerb belaufen sich laut Otterstätter auf etwa 30.000 Euro, überwiegend finanziert von der Stiftung. Auch die BUND-Ortsgruppe hat einiges beigesteuert. ¸¸Gelder die aus Pflegemaßnahmen übrig bleiben, fließen genauso in die Natur zurück wie eventuelle Spendengelder", betonte der Ortsvorsitzende.

Für die Baggerarbeiten ¸¸und das drumherum" müssen laut Meyer vom Kreis um die 12.000 Euro aufgebracht werden. Weil die Maßnahme jedoch vom Land gefördert wird, gebe es von dort ¸¸anteilmäßig Geld zurück".

Nach der Fertigstellung der drei neuen Flachgewässer gibt es auf der Gemarkung Haßloch dann insgesamt 17 Biotope.

Drei davon liegen im Wald, und vier entlang des Rehbachs.

Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Mittelhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.224
Datum: Freitag, den 26. September 2003


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