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02.02.2009

Buchvorstellung: Alles fühlt - Andreas Weber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rezension von Reinhold Siener:

Ein Paradigmenwechsel steht an in der Biologie. So wie ihn auch die Physik seit der Entdeckung der Quantenphysik und Albert Einsteins Relativitätstheorie schon hinter sich hat.
Das mechanistische Weltbild von Isaac Newton, das in ähnlich ausgerichteten Denkmuster auch in der Biologie vorherrscht wird erweitert um eine neue Sicht auf das Leben.
Die "schöpferische Ökologie", ein ganz neuer Zweig der Biologie.

Was ist Leben? Andreas Weber gibt hierzu eine faszinierende Antwort, die viele unter uns schon immer in sich gespürt haben müssten.
Lebewesen sind nicht nur ein riesiger Zellhaufen, die wie Uhrwerke funktionieren. Schauen Sie mal einem Tier ins Gesicht. Ich glaube, sie werden es ohne große Worte sofort spüren: Lebewesen sind viel mehr als eine Maschine. Sie sind etwas Faszinierendes. Sie weisen das Merkmal der Subjektivität auf, das sich in rein analytischen Denkansätzen nicht beschreiben lässt und Alles was lebt, das fühlt.
Selbst Charles Darwin muss das erkannt haben. Von ihm ist folgendes Zitat überliefert: "Die niederen Tiere fühlen wie der Mensch offensichtlich Vergnügen und Schmerz, Glück und Elend."

Andreas Weber postuliert, dass Tiere und Pflanzen inniger verwandt mit uns sind als wir jemals vermutet hätten. Daraus zieht er die Erkenntnis dass wir unsere eigene Humanität und Freiheit nur dann retten können, wenn wir die Natur bewahren.

Aber es geht noch weiter, wirklich revolutionäre Erkenntnisse.
Die Evolution, so wie sie bisher erklärt wurde, gemeint ist Darwin's Theorie vom Kampf um's Überleben vom Krieg aller gegen aller alle um die vorhandenen Ressourcen wird erweitert durch eine Evolution in der es um Symbiose und Miteinander geht. Lebewesen helfen sich gegenseitig, sind miteinander verbunden, meistern so das Leben mit einem altruistischen Ansatz und sie tun viele Dinge ohne evolutionären Hintergrund.

Als Beispiel für eine gelungene Symbiose sei die Darmflora des Menschen genannt. Der Mensch könnte ohne diese Myriaden von eigenständigen Lebewesen, die seinen Darm bevölkern und sich der Nahrungsaufbereitung verschrieben haben überhaupt nicht existieren. Umgekehrt profitieren die Darmbakterien von der Versorgung des Darms mit dem zu verdauenden Gut.
Aber das ist kein Einzelfall, die Pilze an den Wurzeln der Pflanzen ermöglichen erst die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Boden.

Andreas Weber beschreibt einen ganz neuen Dankansatz zur Metamorphose. Was hat es mit dem Larven- und Puppenstadium wirklich auf sich?
Aber ich möchte nicht zu viel verraten.

Ein wunderbares und zudem gut lesbares Buch, das die Natur wieder zurechtrückt, so wie viele sie empfinden. Für naturverbundene Menschen sehr zu empfehlen.


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