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26.02.2008

 
Müll im Kastanienwäldchen bei Klingenmünster

 

Von Baggern, die nicht beseitigen, sondern „unter den Teppich kehren“

Landau macht´s besser

 

„Die Behörde spielt mit uns und der Umwelt Katz und Maus, indem sie so tut, als spiele sie mit bei der gesetzlich geforderten Beseitigung eines alten Schandflecks in der Landschaft, um dann doch nur zum ultimativen Schlag auszuholen“, dies meint BUND-Mitglied Peter Erken angesichts der neusten Entwicklung in der zähen Auseinandersetzung mit der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße um die Verschandelung der Südpfälzer Urlaubslandschaft.

 

„Die Aufräumungsarbeiten beim Kastanienwäldchen gegenüber dem Pfalzklinikum (Löhlhügel) sind abgeschlossen“; hinter dieser wohlklingenden lapidaren Mitteilung der Kreisverwaltung vom Freitag, dem 22. Februar 2008 verbirgt sich eine zutiefst hässliche Wirklichkeit:

 

Die „Aufräumungsarbeiten“ bestehen darin, dass ca. 400 bis 500 Kubikmeter illegal in einem Naturparadies abgelagerten Materials, das auch Grundwasser gefährdende Stoffe enthalten kann, einfach zugebaggert und mit Erdaushub fürs Auge zum Verschwinden gebracht worden sind.

 

Das bekannte Motto für Unappetitliches „Aus den Augen aus dem Sinn“ hat auch hier wieder seine bequeme Anwendung gefunden.

Diese Vorgehensweise scheint sich großer Beliebtheit zu erfreuen. So wurden die Massen von alten PKW und anderem Wust, womit vor Jahren der wunderbare und einmalige Biotop der Mordhohl bei Klingenmünster  bis an den Rand verfüllt worden ist, einfach mit Erde zugedeckt.
 

Wie an anderen zahlreichen Stellen haben auch hier die warnenden und beschwörenden Hinweise des BUND bei den zuständigen Behörden nichts gefruchtet.

 

 

Wenn für solche Mengen mitten in der Landschaft einfach neue Quasi-Entsorgungsanlagen „aus dem Boden gestampft“ werden  -  jenseits aller gesetzlichen Vorgaben  - , dann müssten eigentlich Polizei und Staatsanwaltschaft zu tun bekommen.

 

Noch sind wir nicht in Süditalien oder in einem Land der Dritten Welt, wo sich die betroffenen Menschen offenbar nicht wehren können gegen die Übermacht gewisser Entsorgungsinteressenten. In Deutschland sagt man dem Rechtsstaat noch eine gewisse Stabilität nach; hoffentlich ist das den Exekutivorganen bewusst.

Man kratzt an der Oberfläche des Problems, wenn man den Umweltschützern mit ihren Sorgen um Natur und Landschaft wieder einmal das Kostenargument um die Ohren schlagen wollte:

Es hat diejenigen zu treffen, die z. T. Jahrzehnte lang dem ständigen Wachsen des Müllbergs zugesehen haben und dabei das Wachstum des Kostenbergs offensichtlich billigend in Kauf genommen haben.

Reiches Bildmaterial über den Zustand vorher und nachher kann von Peter Erken, Landau, gerne zur Verfügung gestellt werden.

 

Dass es auch anders geht, zeigt ganz aktuell das Verhalten der Stadt Landau. Auch dort hatte BUND-Mitarbeiter Peter Erken mit großer Hartnäckigkeit auf einen Müllberg am Rand des Naturschutzgebietes Ebenberg hingewiesen. Die Stelle ist inzwischen restlos geräumt.

 

 Kontakt: 06341-50315

Quelle: BUND Kreisgruppe Südpfalz


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