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09. 08. 2002

 

MVA Pirmasens

 

ZAS und Sotec verabreichen Placebos

 

Die neuesten Versprechungen von ZAS und Sotec zur künftigen wirtschaftlichen Entwicklung der Müllverbrennungsanlage Pirmasens  stehen auf wackligen Füßen und gleichen eher Placebos für die gebührengeplagte Bevölkerung.
Placebos sind Pillen ohne heilende Substanz, sollen aber dem Patienten das Gefühl vermitteln, es werde etwas für sein Leiden getan.

 

Der BUND Südpfalz stellt daher zu den am 07. 08. 2002 in der RHEINPFALZ veröffentlichten Äußerungen von Norbert Schnauber (ZAS) und Werner Becker (Sotec) folgendes fest:

 

1.   Die mit den hohen Fixkosten verbundene Vollauslastung beträgt nicht 180.000, sondern 205.000 Tonnen.

 

2.   Nichts spricht dafür, dass die jetzt und in den nächsten Jahren auflaufenden Verluste wirklich abgebaut werden können.
Die Skepsis gegenüber den vorgetragenen Prognosen hat hauptsächlich folgende Gründe:

 

In der anhaltenden Tendenz zur Müllverminderung ist die Talsohle noch nicht erreicht. Der BUND sowie die Mitbewerberin Veba, deren Behauptungen wohl nie überprüft worden sind, prophezeiten einstmals 100.000 Tonnen jährlich aus dem ZAS-Bereich zu verbrennenden Mülls. Inzwischen ist  -  bei weiter nach unten zeigender Kurve  -  eine Marke von 80.000 Tonnen erreicht.

 

 Der von den Pirmasenser Müll-Gewaltigen erwartete „Fremdmüll“ dürfte in dem erwarteten Ausmaß nicht kommen.
Die Marktlage hat sich geändert. Neue Anlagen wie in Mainz oder Freiburg verbrennen ortsnah und billig für einen Verbrennungspreis von 100 Euro. D. h. sie verbrennen auf dem heute auf dem Markt erreichten Preisniveau. Andere Gebietskörperschaften wären doch dumm, wenn sie unter diesen Rahmenbedingungen und vor allem bei den landauf und landab vorhandenen Überkapazitäten in der Müllverbrennung ausgerechnet nach Pirmasens liefern wollten. Wo die „Riesenchance“ durch Mülltourismus aus Frankreich herkommen soll, entzieht sich der Vorstellbarkeit.

 

Der Karren der Pirmasenser MVA ist und bleibt in den Dreck gefahren.
Da hilft auch nicht die übliche unsolide Zahlenakrobatik, mit der nur wieder Kosten in die Zukunft verschoben werden sollen.

 

Der Sündenfall der fundamentalen Fehlentscheidung vom Dezember 1995 wird sich wie die Erbsünde in seinen Auswirkungen immer weiter fortpflanzen. Am härtesten trifft es wieder Rentner, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger.

 

Es wäre besser, die MVA Pirmasens in ein reines Heizkraftwerk auf Biomassebasis umzurüsten.
Das wäre ökonomischer und diente der lokalen Agenda 21 im Biosphärenreservat Pfälzerwald.

 

Bedauerlich ist nur, dass sämtliche Parteien  -  auch die regionalen Grünen  -  zu dem ganzen Kladderadatsch keine Meinung zu haben scheinen und die Bevölkerung in ihrem Unmut alleine lassen.
So hat sich das Grundgesetz die Mitwirkung der Parteien am politischen Geschehen nicht vorgestellt.


Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen. 

Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de

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