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26.05.03
Pirmasenser Verbrennungspreise: Großzügiger Umgang mit Tatsachen
ZAK-Gebührenzahler im
Kostensog des ZAS? - Überkapazität bleibt
Mit wachsender Verärgerung - wie erst jüngst wieder auf der letzten
Mitgliederversammlung der Kreisgruppe Südpfalz - registriert man im BUND,
dass in den Medien von verantwortlicher Seite erneut und immer wieder behauptet
wird, das finanzielle Dilemma des ZAS rühre von dem "hohen und damit
besonders kostenintensiven Umweltstandard" der Pirmasenser
Müllverbrennungsanlage; die Anlage sei umwelttechnisch "sehr anspruchsvoll
ausgelegt" und daher "wesentlich teurer" zu betreiben als andere
Anlagen.
Diesem nicht enden wollenden Behauptungsritual von
Geschäftsführer Schnauber ist wieder und wieder entgegenzuhalten, was das vom
ZAS selbst in Auftrag gegebene Gutachten von Ernst & Young im Herbst 2000
unwidersprochen festgestellt hat: Eine Reduzierung der Abgasreinigung
würde eine Kostensenkung pro Tonne Verbrennungsmüll von 39 Pfennigen
herbeiführen, was einer Entlastung von gerade mal 0,08 Prozent
entspräche.
Im gleichen Zusammenhang spielen die Gutachter Kostensenkungsmöglichkeiten
durch mit Hilfe der Auslastung der tatsächlich gegebenen 205.000 Tonnen
Verbrennungskapazität. Das ist eine Zahl, die bei den bisher gelaufenen
gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Überkapazität der Pirmasenser Anlage
noch nie eine Rolle gespielt hat, - aber hätten spielen müssen, wenn es bei
der politischen und rechtlichen Würdigung vermeidbarer Fehleinschätzungen
ehrlich und korrekt zugegangen wäre.
Erz- und Grundübel ist und bleibt, dass sich die ZAS-Verantwortlichen auf
Vertragsverhältnisse eingelassen haben, die dem ZAS das Auslastungsrisiko
aufhalsen und zusätzlich seine Prüf- und Informationsmöglichkeiten
einschränken, gleichzeitig aber den Fonds-Anteilseignern einen bestimmten
steuerlichen Gewinn garantieren.
Gespannt darf man darauf sein, was jetzt wird, nachdem die Mittelrheinische
Treuhand die Unzulässigkeit von Verlustvorträgen eines auf 1,5 Million Euro
aufgelaufenen Betrages für unzulässig erklärt hat. Muss mit weiteren
Gebührenerhöhungen gerechnet werden?
Ebenfalls interessant dürfte sein, wie die ZAK-Bürger reagieren werden, wenn
sie erfahren, dass ihre Gebühren in Verbrennungspreise fließen, die den
Marktpreis für Hausmüll weit übersteigen. Dieser liegt bei ca. 100 Euro; zahlen
muss/will der ZAK aber 150 Euro - sofern aus Kaiserslautern genügend Jahrestonnen
kommen; werden es weniger, wird´s noch teurer. So macht man Druck für
Müllproduktion statt Einhaltung des gesetzlichen Vermeidungsgebotes.
Nicht minder bemerkenswert ist, dass ZAS-Bürger kapazitätsbedingt höhere
Gebühren zahlen müssen, weil der ZAS in seiner Not den ZAK nicht dazu zwingen
kann, kostendeckend in Pirmasens verbrennen zu lassen.
Abschließend ist festzuhalten: 30.000 Tonnen aus Kaiserslautern werden das
Kernproblem der Anlage nicht lösen; die insgesamt 110.000 Tonnen aus ZAS-Müll und
ZAK-Müll können längst nicht beitragen zu einer wirtschaftlich verantwortbaren
Auslastung einer Überkapazität von 205.000 Tonnen.
Der "Fluch der bösen
Tat" wird noch lange auf der Region lasten.
Quelle: BUND Rheinland-Pfalz
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
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