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25. 08. 2003
Pirmasens Kindergärten und Schulen bangen um Existenz
Studie der
Kaiserslauterer Universität sagt: 24 Einrichtungen allein im Kreis gefährdet,
weil es bald nicht mehr genug Kinder gibt
17 Kindergärten und sieben Grundschulen im Landkreis sind in den
kommenden Jahrzehnten von der Schließung bedroht. Laut einem Studienprojekt der
Kaiserslauterer Universität werden aufgrund des Bevölkerungsrückgangs in der
Südwestpfalz in vielen Gemeinden bis zum Jahr 2050 einfach nicht mehr genügend
Kinder vorhanden sein, um diese Einrichtungen auch nur einzügig zu betreiben.
Momentan sei die Versorgung mit Kindergartenplätzen im Landkreis
sehr gut, urteilen die Raum- und Umweltplaner der Kaiserslauterer Uni. 4429
Plätze seien in 69 Kindergärten vorhanden. In den vergangenen zehn Jahren seien
15 neue Kindergärten mit 1124 Plätzen dazu gekommen.
Die Zahl der Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren gehe
jedoch seit den 70er Jahren kontinuierlich zurück. Bereits 2010 werden im
Landkreis nur noch 2350 Kinder im Kindergartenalter sein, so die Berechnungen
des Statistischen Landesamtes, auf die sich die Uni-Studie stützt. 2030 sollen
es dann bereits 1900 Kinder und 2050 nur noch 1500 Kinder im Alter zwischen drei
und sechs Jahren sein.
In allen Kindergärten wird es demnach zu einer Reduzierung der
Gruppen kommen müssen, und für 17 Kindergärten bestehe - rein rechnerisch -
keine Nachfrage mehr. Relativ sicher von der Schließung betroffen werden laut
der Studie die Standorte Riedelberg, Liederschiedt, Schönau, Winterbach,
Schmalenberg und Stambach sein. Allerdings müsse im Einzelfall geprüft werden,
ob dies auch vertretbar sei - im Hinblick auf den finanziellen und zeitlichen
Aufwand des Transports der Kinder in andere Gemeinden.
Ähnlich sieht es bei den Grundschulen aus: Nach den Berechnungen
der Kaiserslauterer Raum- und Umweltplaner würden bis zum Jahr 2050 die Schulen
in Busenberg, Hinterweidenthal, Wilgartswiesen, Höheinöd, Hermersberg und
Nünschweiler von einer Schließung bedroht sein. Bei der Zahl der ABC-Schützen
sei zwar von 1990 bis 1995 ein Anstieg zu registrieren gewesen. In den
vergangenen acht Jahren sei diese Zahl jedoch wieder auf 1000 bis 1100
Einschulungen zurück gegangen, die auf insgesamt 28 Grundschulen im Kreis
verteilt werden. Bis 2050 rechnet die Studie mit einem Rückgang der Grundschüler
um etwa 53 Prozent. Wenn in einer Klasse mindestens zehn Grundschüler sitzen
müssen, sei die Schließung von sieben Schulen die Folge, so die Berechnungen des
Studienprojektes. Bei der Studie wurde die bereits beschlossene Schließung der
Eppenbrunner Schule nicht mehr berücksichtigt.
Die Macher der Studie geben zu bedenken, dass bei der
Entscheidung über eine Schul- oder Kindergartenschließung nicht nur die nackten
Kinderzahlen berücksichtigt werden sollten, sondern auch der negative Effekt auf
die weitere Entwicklung der Gemeinde in Betracht gezogen werden sollte. Der
Wegfall einer Grundschule habe für den Bevölkerungsschwund eine regelrechte
Signalwirkung, erklärt der Stadtplaner Gerhard Steinebach. Familien wanderten ab
und Zuzüge würden verhindert. Der Bevölkerungsschwund wegen sinkender
Geburtenrate würde erheblich verstärkt.
Da nicht nur in der Südwestpfalz Grundschulen in ihrer Existenz
bedroht sind - die Bevölkerungszahlen werden in ganz Deutschland drastisch
zurück gehen -, könnten in den kommenden Jahrzehnten allerdings auch andere
Bildungsformen mit kleinen und effektiveren Klassen sinnvoll werden, wodurch
sich die Schließung mancher Schule erledigen würde, wie die Raum- und
Umweltplaner zu Bedenken geben.
Positiv bewertet die Studie die steigenden Studentenzahlen der
beiden Fachhochschulstandorte Pirmasens und Zweibrücken. Durch einen weiteren
Ausbau der FH - der schon im Gang ist - könnte der negative Trend zumindest
gebremst werden, da junge und gut ausgebildete Menschen in der Region gehalten
werden oder gar zuwandern. Allerdings nur, wenn dieser Bevölkerungsgruppe auch
eine Perspektive in der Südwestpfalz geboten werde. Für das Studienprojekt wurde
nur die Situation der Kindergärten und Schulen im Kreis beleuchtet. Zu
Auswirkungen auf die Städte Zweibrücken und Pirmasens werden keine Aussagen
gemacht.
Information:
Internetseiten der Studienprojekte
www.regionova.de und
www.urban-update.de
Die bisherigen Teile sind erschienen am 11. und 18. August.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.196
Seite: Nr.15
Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen.
Kontaktadresse:
BUND
Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de
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