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10.03.03
Kritik an „Haus der Nachhaltigkeit“ unverständlich
Von Johanniskreuz wird
neue Dynamik ausgehen
Der BUND begrüßt nachdrücklich, dass mit dem "Haus der
Nachhaltigkeit" in Johanniskreuz endlich ein Zentrum entstehen soll, das
Fahrt bringen wird in die gewollte, aber immer noch nur schwer erkennbare
Entwickung des Nachhaltigkeitsgedankens für das Projekt Biosphärenreservat
Pfälzerwald.
Im BUND hat man kein Verständnis für die jetzt bekannt
gewordene abwertende Kritik einiger CDU-Vertreter, denen die von der Unesco vor
nunmehr 11 Jahren gestellte Aufgabe offenbar nach wie vor unklar ist.
Für das "Haus der Nachhaltigkeit" spricht zunächst, dass es im
Zentrum des Pfälzerwaldes und nicht an dessen Peripherie liegt. Mit der Nutzung
der regionalen Baustoffe Holz und Bundsandstein wird das Haus zu einem Stück
gebauter Nachhaltigkeit.
Dass die Landesforstverwaltung mit diesem Projekt betraut wird, ist alles in
allem ein nicht zu übersehender Vorteil. Denn das Biosphärenreservat
Pfälzerwald wird wie kein anderes deutsches Biosphärenreservat vom Wald
geprägt. Das vorhandene Netz von Forsthäusern ist eine ideale Vorbedingung für
ein - möglichst zusammen mit den Umweltverbänden - zu erstellendes
Netzwerk. Vor allem aber ist zu bemerken, dass sich die rheinland-pfälzische
Forstverwaltung in den letzten Jahren deutlich zu größerer Offenheit für den
Naturschutzgedanken entwickelt hat. Hinzukommt ein fortschrittlicher gewordenes
neues Waldgesetz sowie die Einführung der naturnahen Waldwirtschaft.
Dagegen liegen die Aufgabenschwerpunkte des eher als architektonischer
Fremdkörper zu sehenden Fischbacher "Biosphärenhauses" mehr im Tourismus.
Schon von seiner Trägerschaft her ist es nicht geeignet, in die Fläche zu
wirken; eigentlich ist es ein besseres Dorfgemeinschaftshaus.
Noch mehr am Rande des Biosphärenreservates liegt das Bad Dürkheimer
Naturkundemuseum. Höchstens ein Fünfzigstel seiner Ausstellungsfläche ist dem
Biosphärenreservats-Gedanken gewidmet; es hat ganz andere Aufgabenschwerpunkte.
Der Trägerverein Naturpark Pfälzerwald darf froh sein, dass ihm eine solche,
sicher starke Dynamik entwickelnde Einrichtung hilfreich zur Seite gestellt
werden soll. So wie die Dinge liegen, müsste er - auf sich alleine gestellt
- sich immer schwer daran tun, im Rahmen einer großartigen Aufgabenstellung
innovativ zu werden. Das liegt einfach an einem grundlegenden
Konstruktionsfehler: Der Verein ist viel zu stark darauf konzentriert, die
Interessensdifferenzen zwischen zwei großen Parteiblöcken und einer ganzen Zahl
kommunaler Gebietskörperschaften auszutarieren.
Wo die Möglichkeit entsteht, etwas im Konsens weiterzubringen, sollte man sich
diese nicht von Anfang an verbauen mit dem Gerede von der "feindlichen
Übernahme". Ein kurzer Blick in das arme Bundesland Brandenburg mit seinem
Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sollte klarstellen, was alles machbar
ist.
Quelle: BUND Rheinland-Pfalz
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]
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