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12.05.03
Gemeindehaus Hergersweiler: Lokale-Agenda 21-Idee nicht beschädigen!
(Reaktion auf
RHEINPFALZ-Artikel vom 05. 05. 2003)
Architekt und BUND dringen auf korrekte Wiedergabe - Architekt nicht im Regen
stehen lassen!
Architekt Thomas Bauer und BUND haben ein gemeinsames Interesse daran, dass
Aussagen des RHEINPFALZ-Artikels „Alternative Energien: Kein Platz an der
Sonne“ vom 5. Mai 2003 korrigiert und ergänzt werden.
Dies ist notwendig, um keine falschen Vorstellungen von
der Agenda 21-Idee generell und insbesondere von den anlaufenden Agenda
21-Aktivitäten in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern aufkommen zu lassen.
Der Artikel berichtete ohne Einbettung in den Argumentationskontext von
folgenden Aussagen Bauers:
Eine Fotovoltaikanlage lohnt sich nicht;
Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung können mit einem Durchlauferhitzer nicht mithalten;
Das Verfahren einer Holzhackschnitzelheizung ist technisch unausgereift.
Dazu trifft Th. Bauer folgende Aussagen:
„Richtig und vollständig wäre zu berichten gewesen, dass der Planer ... seine
vordringliche Aufgabe darin sehe, den Wärmeschutz des Gebäudes zu
optimieren. Eine Fotovoltaikanlage ist wegen der durch Gauben und Dachabsätze
stark gegliederten Dachfläche wirtschaftlich nicht zu realisieren.
Die Warmwasserbereitung mit Sonnenkollektoren ist beim Gemeindehaus
Hergersweiler deshalb nicht zu empfehlen, weil, der geschätzte Warmwasserbedarf
mit ca. 7 Liter pro Tag zu gering ist, um eine solche Anlage wirtschaftlich
und auch ökologisch zu rechtfertigen. Hier ist ausnahmsweise ein
Durchlauferhitzer die bessere Lösung.
Im Zusammenhang mit der Holzheizung wurde von mir der Begriff Holzpelletsheizung
verwendet. Der Autor verwendet in seinem Bericht fälschlicherweise den Begriff
Holzhackschnitzel. Nach dem Umbau und der Sanierung des Gemeindehauses, der
unter der Berücksichtigung der EnEV (Energieeinsparverordnung) durchgeführt
werden soll, ist eine Heizleistung von ca. 25 bis 35 KW erforderlich.
Holzpelletsheizungen sind ausgelegt für einen Leistungsbereich bis ca. 100 KW.
Holzhackschnitzelheizungen sind geeignet für Heizungen mit einem Wärmebedarf
von ca. 100 KW bis über 5 MW.
Der Begriff „nicht ausgereifte Technik“ wurde von mir lediglich im Zusammenhang
mit den Fördereinrichtungen (speziell den Förderschnecken, die notwendig sind
für den Transport der Holzpellets vom Speicher zum Heizkessel) und deren
erforderliche Wartung verwendet.
Die verallgemeinernde Aussage des Berichterstatters, Holzheizungen seien zu
wenig technisch ausgereift, weise ich mit Entschiedenheit zurück“.
Im BUND kennt man die positive Grundeinstellung von Th. Bauer zu alternativem
Bauen und zu regenerativen Energien.
Es ist dem Verband daher ein Anliegen, einen ökologisch engagierten Planer
nicht im Regen einer schiefen Wiedergabe stehen zu lassen.
Grundsätzlich und im Hinblick auf die Agenda 21-Politik in der Verbandsgemeinde
Bad Bergzabern verweist der BUND auf den anhaltenden Boom bei Sonnenkollektoren
und Fotovoltaikanlagen überall dort, wo sie sich lohnen. Vor allem auch
erscheint wichtig, dass im Einzugsbereich des von der UNESCO bereits 1992
ausgerufenen Biosphärenreservats Pfälzerwald der nachwachsende Energieträger
Holz - schon im Interesse der heimischen Wirtschaft - endlich an Bedeutung
gewinnt.
Gerade öffentliche Einrichtungen haben bei der Einführung und
Verbreitung neuer Nachhaltigkeitstechnologien eine wichtige Schrittmacherfunktion.
Es sei daher hingewiesen auf die BUND-Broschüre „Vorbild Kommune“, in
der viele erfolgreiche Projekte zukunftsfähiger Kommunen in Rheinland-Pfalz
beschrieben sind.
Quellen: BUND Rheinland-Pfalz und Schreiben von Th. Bauer an Rheinpfalz und
BUND vom 12.05.2003
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: regionalbuero@bund-pfalz.de
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