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05.12.2003
Fotovoltaik
Park für 200 Haushalte
HÖHEINÖD:
Verbandsgemeinde möchte auf Höheinöder Gebiet Sonnenenergie für Strom gewinnen
Wird ab dem nächsten Jahr der Strombedarf für 200 Haushalte auf
Höheinöder Gebiet aus Sonnenenergie gewonnen? Wenn es nach Vorstellungen der
Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben und der Firma Juwi GmbH aus Mainz geht,
dann ja.
¸¸Die Firma Juwi hatte angefragt, ob es geeignete Flächen oder
Gebäude gibt, um Sonnenkollektoren zu installieren", erläuterte
Verbandsbürgermeister Ernst Becker auf Anfrage der RHEINPFALZ. Bei einer
gemeinsamen Erkundungsfahrt wurden zwei Grundstücke ausgemacht, die für ein
kleines Fotovoltaik-Gebiet geeignet erscheinen: ein etwa drei Hektar großes
Gelände oberhalb der Gemarkung ¸¸Riesloch", zwischen der Autobahn 62 und der
Landesstraße L 474 von Höheinöd nach Thaleischweiler-Fröschen gelegen, und ein
vom Standort her wohl besonders geeignetes Gelände in der Gemarkung ¸¸Horschelkopf",
rund fünf Hektar groß. Diese Fläche liegt rechts vom Sportplatz Sägmühle und
links vom Weg zur Weihermühle. Eigentümer beider Flächen, bestätigte Becker, ist
die Verbandsgemeinde.
Die möglichen Standorte sind ausgemacht, mit der Kreisverwaltung
sei geklärt, dass ein Photovoltaik-Gebiet grundsätzlich realisierbar sei. Jetzt
gehe es um die nächsten Schritte, so Becker. Der nächste Schritt wird sein, dass
der Verbandsgemeinderat in seiner Sitzung am 18. Dezember den
Flächennutzungsplan für die betroffenen Gebiete ändert und ein
Fotovoltaik-Gebiet ausweist. Danach müsste der Ortsgemeinderat Höheinöd, der auf
seiner Gemarkung Planungshoheit hat, den Bebauungsplan auf den Weg bringen. Wenn
die formalen Dinge erledigt sind, so Becker, könne mit Interessenten für das
Gebiet konkret verhandelt werden. Erster Interessent sei die Firma Juwi.
Juwi erster Interessent. Das bestätigte Christian Hinsch, bei
Juwi zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, auf Anfrage. Die genauen
Modalitäten, ob Juwi die Fläche kaufen oder Pacht zahlen würde, seien noch nicht
besprochen. Das Unternehmen aus Mainz, das in der Region vor allem durch den Bau
von Windkraftanlagen bekannt ist - auch die auf der Gemarkung Höheinöd geplanten
Windkraftanlagen wird Juwi bauen - will auf dem Gelände einen kleinen
Fotovoltaik-Park errichten. Seit 1999, so Hinsch, gehöre der Bereich Fotovoltaik
zum Geschäftsgebiet das Unternehmens, das sich mit erneuerbaren Energien
beschäftigt. Dazu gehören neben Energiegewinnung aus Wind und Sonne auch
Biomasse-Projekte.
Vorbild
Morbach im Hunsrück
Aussehen könnte der Park ähnlich wie ein großes Projekt, das das
Unternehmen im September im Hunsrück in Betrieb nahm: in Morbach auf einem
ehemaligen US-Militärgelände. Dort sind neben Windkrafträdern in einer Reihe
Sonnenkollektoren zur Energiegewinnung aufgestellt. Diese Sonnenkollektoren
könnten auf den Flächen in Höheinöd beispielsweise auch in Reihen hintereinander
aufgestellt werden, erklärt Hinsch. Die lange Reihe in Morbach sei
geländebedingt.
Auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern, so Hinsch, ließen sich
Anlagen installieren, die im Schnitt rund 500 Kilowatt Leistung erzeugen, das
entspräche etwa 450.000 Kilowattstunden Strom jährlich. Auf der 3000
Quadratmeter großen Fläche kämen noch einmal 270.000 Kilowattstunden Strom
jährlich hinzu - zusammen also 720.000 Kilowattstunden. Bei einem
durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Haushalts von 3500 Kilowattstunden wäre
das der Strom für 200 Haushalte. Der erzeugte Strom würde ins bestehende Netz
eingespeist.
Mit Großprojekten in Sachen Solarenergie hat Juwi mittlerweile
Erfahrung. Auf den Dächern eines Ziegelherstellers im bayerischen Autenried und
im hessischen Biebesheim hat das Unternehmen Solarmodule installiert. 30.000
Quadratmeter Dachfläche wurden verbaut, die installierten Solaranlagen haben
insgesamt eine Leistung von 1,6 Megawatt. 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom
können damit erzeugt werden.
Weitere
Flächen gesucht
¸¸Wir suchen weiterhin Flächen, um Solaranlagen zu installieren",
so Hinsch - vom kleinen Dach bis hin zum großen Gelände wie jetzt in Höheinöd
geplant. Das könnte im Idealfall schon im Frühsommer installiert sein, wenn
Verbands- und Ortsgemeinderat zustimmen und keine Widersprüche im
Genehmigungsverfahren eingehen. ¸¸Nach der Frostperiode könnte mit der
Installation begonnen werden, etwa drei Monate Bauzeit wären zu kalkulieren",
sagt Hinsch. Finanziert werden könnte die Anlage unter anderem durch
Umweltprogramme des Bundes und über entsprechende Fonds.
Wer Interesse an Solaranlagen hat kann sich mit
Juwi GmbH, Mainz, unter Telefon
06131/58856-0 in Verbindung setzen.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.282
Datum: Freitag, den 05. Dezember 2003
Seite: Nr.16
Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen.
Kontaktadresse: BUND
Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
regionalbuero@bund-pfalz.de
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