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08. 05. 2000
BUND rät davon ab, künftig "Grünen" Strom bei der EnergieSüdwest AG zu beziehen
Wer Öko-Strom beziehen will, soll das Angebot des Stromlieferanten genau überprüfen. "Es macht keinen Sinn, sich z.B. Strom aus alten Wasser- oder Windkraftanlagen als teuren "Grünen" Strom verkaufen zu lassen", so Bettina Lisbach, Geschäftsführerin im BUND Regionalbüro Pfalz.
Dadurch werde der Anteil an Naturstrom im Netz nicht größer und der Atomstrom nicht weniger. Nur die Versorgungsunternehmen verdienen daran, indem sie den aus regenerativen Quellen erzeugten Strom, den sie im Energiemix bisher schon verkauften, nun heraustrennen und als teuren "Grünen" Strom auf den Markt bringen - aus Sicht des BUND ist ein enormer Etikettenschwindel.
Ein solcher liegt nach Meinung des Umweltverbands auch beim Grünen-Strom-Angebot der EnergieSüdwest AG vor, das demnächst auf den Markt kommen soll (vgl. Artikel in der Rheinpfalz vom 06.05.2000). Dieser Strom wird von der Preussag Elektra bezogen und stammt nach Auskunft von W. Albrecht, Geschäftsführer von Energie Südwest, überwiegend aus norddeutschen Windkraftanlagen. In der vom BUND am 03. Mai in Landau veranstalteten Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass die aus dem Grünen Strom von EnergieSüdwest erzielten Mehreinnahmen nicht in Neuanlagen zur Gewinnung von "Öko-Strom" fließen sollen.
Damit Verbraucherinnen und Verbraucher Angebote, wie das der EnergieSüdwest AG überprüfen können, ist nach Aussage von Frau Lisbach eine Zertifizierung des "Öko-Stroms" unbedingt erforderlich. Zu diesem Zweck haben mehrere Institutionen Gütesiegel für Grünen Strom ausgearbeitet und Kriterien festgelegt, an denen sich die Anbieter messen lassen müssen.
Auf Nummer sicher gehen die Kunden und Kundinnen dabei mit dem "Grüner Strom Label", das BUND, NABU und die Vereinigung EUROSOLAR zusammen mit anderen Umweltschutz- und Verbraucherverbänden ausgearbeitet haben. Das Siegel gibt es nur für Anbieter, die ausschließlich grünen Strom anbieten und keine Anteilseigner haben, die Atomkraftwerke betreiben. Mindestens ein Prozent dieses Stroms muss aus Photovoltaik stammen, und die Erzeugung aus der Verbrennung unsortierter Abfälle ist tabu. Von dem Mehrpreis im Vergleich zum konventionellen Strom müssen drei Viertel in den Bau neuer Naturstrom-Anlagen investiert werden. Durch die Kriterien des Grüner Strom Label werden besonders kleinere Unternehmen unterstützt, die auf regenerative Energie und auf das Solarzeitalter setzen.
Der BUND empfiehlt explizit Öko-Strom-Anbieter, die die Kriterien des Grüner Strom Labels erfüllen. Als eines der ersten Unternehmen hat die Naturstrom AG das Zertifikat erhalten, mit der der BUND eng zusammenarbeitet.
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
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