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16.12.1999
BUND plant Informationsreihe zum Thema "Wechsel des Stromlieferanten"
Mit der Liberalisierung des Strommarktes und dem Wegfall der bisherigen Monopolstellung der Energieversorgungsunternehmen ist den Verbrauchern ein Wechsel von ihrem örtlichen Versorgungsunternehmen zu alternativen Anbietern möglich geworden. Derzeit sorgen wachsende Konkurrenz und eine Vielzahl von Angeboten und Tarifen für zunehmende Verunsicherung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Was ist von den neuen Angeboten zu halten und wie umweltverträglich sind sie? Worin unterscheiden sich die unterschiedlichen Öko-Stromanbieter? Was hat es mit den Öko-Tarifen einiger konventioneller Stromanbieter auf sich? Welche Folgen ergeben sich für die finanziell in Bedrängnis geratenen Stadtwerke und die von ihnen wahrgenommenen öffentlichen Funktionen?
Um auf diese und ähnliche Fragen Antworten zu geben und etwas mehr Klarheit im Angebotsdschungel zu schaffen, plant das BUND-Regionalbüro Pfalz in Landau eine Informationsreihe. Einen Einstieg in die Thematik soll eine Podiumsdiskussion Anfang nächsten Jahres ermöglichen, zu der Vertreter von Stadtwerken, konventionellen Energieversorgungsunternehmen sowie Öko-Stromanbieter eingeladen werden.
Aktuell sieht der BUND keinen Anlass, sich auf die Schnelle für einen Wechsel des Stromanbieters zu entscheiden, da der Markt noch nicht gefestigt ist. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen derzeit lokale Versorgungsunternehmen den Billiganbietern nachziehen und auch ihre Tarife deutlich senken, so dass die Preisunterschiede sich mittelfristig ausgleichen. Zudem ließe sich das, was finanziell durch die Wahl eines Billig-Stromanbieters eingespart werden kann, durch den Einsatz stromsparender Technik und bewusstes Energiesparen leicht wettmachen.
Viele Billiganbieter arbeiten mit hohen Grundgebühren und einem niedrigen Kilowattstundenpreis. So erhalten Stromverschwender eine vergleichsweise günstige Stromabrechnung, während Energiesparen sich finanziell kaum mehr bemerkbar macht. Der BUND lehnt diese Preisgestaltung entschieden ab, da sie alle Forderungen nach Klima- und Ressourcenschutz konterkariert.
Nach Ansicht des BUND sollte eine umweltverträgliche Stromproduktion bei der Wahl des Anbieters dringend beachtet werden. Denn mit der Möglichkeit, ihren Stromanbieter frei zu wählen, kommt den Verbraucherinnen und Verbrauchern auch eine gestiegene Verantwortung im Sinne der Lokalen Agenda 21 zu. Die großen, häufig abgeschriebenen Kraftwerke vieler Billiganbieter produzieren zwar kostengünstig Strom aus Steinkohle, Braunkohle oder Atombrennstoffen. Aber sie stellen eine Gefahr für die Umwelt dar, die die Allgemeinheit mittel- bis langfristig teuer zu stehen kommt. Wer also seinen Stromanbieter wechseln will, sollte nach Ansicht des BUND bei einem Ökostrom-Händler kaufen. Diese bieten Strom aus regenerativen Energiequellen wie Sonne, Wind, Biomasse, dezentraler Wasserkraft und gasbetriebenen Blockheizkraftwerken an. Empfehlenswert ist aber, vom Anbieter ein Zertifikat zu verlangen, das echten Ökostrom garantiert.
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
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