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10.12.2008

Umbau des Leinsweilerhofs

Freitreppe weg? Muss das sein?

Hoffen auf Dialog mit Bauherr und Behörde             Es geht um Stilsicherheit

 

„Wir sind der Auffassung, dass das historische Erscheinungsbild der Anlage durch eine Reihe baulicher Eingriffe in jüngerer Vergangenheit bereits so stark gelitten hat, dass eine Schmerzgrenze erreicht ist“.
Angesagt sei jetzt eine „größtmögliche Behutsamkeit in den Umgangsformen mit dem noch Verbliebenen“. Mit diesen aufrüttelnden Worten wendet sich ein Schreiben von Prof. Dr. Hartmut Hofrichter, Leiter des BUND-Arbeitskreises Denkmalschutz, an die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Südliche Weinstraße. Auslöser dieses Vorstoßes ist u. a. die drohende Beseitigung der großen Freitreppe auf der Nordseite des Leinsweilerhofes im Zuge der anstehenden Umbaumaßnahmen am dortigen Hotelkomplex. Der BUND ist eine nach Bundesdenkmalpflegegesetz anerkannte Denkmalpflegeorganisation.

Hofrichter bittet in dem Schreiben zunächst um Auskunft darüber, ob bei den vorgesehenen baulichen Veränderungen am Leinsweilerhof den Belangen der Denkmalpflege überhaupt Rechnung getragen werde.

Das in der Südpfalz weithin bekannte Gebäude wurde in den dreißiger Jahren von dem prominenten Architekten Professor Paul Schmitthenner, Vertreter der Stuttgarter Schule, im Stil des Traditionalismus entworfen. Bezeichnend an dem Bau sei die Übernahme regionaltypischer Materialien und Arbeitstechniken sowie die „Verwendung eigenschöpferisch vereinfachter charakteristischer Einzelformen und Bauelemente der Umgebung“. Dieser Baugesinnung zuwider laufe eklatant die beabsichtige Beseitigung der zweiläufig symmetrischen Freitreppe; diese nämlich bewirke – ähnlich der markant über die Straße führenden Brücke – eine wichtige gestalterische Verklammerung des Hauptgebäudes mit seiner Umgebung. Deren Beseitigung wäre ein „nicht mehr hinnehmbarer Eingriff in das ursprüngliche Gesamtkonzept“ des einstigen Planers. Integrale und markante Bestandteile des Schmitthennerschen Konzepts sollten daher unbedingt respektiert werden.

Aus fachlicher Sicht dürfe man sich keinesfalls darüber hinweg setzen, dass  der Typ einer zweiläufigen symmetrischen Treppe zusammen mit der genannten Brücke und einer Reihe weiterer Details dem Erscheinungsbild zahlreicher Rathäuser seit den Tagen der Renaissance und insbesondere des Rathauses von Leinsweiler selbst genau entspricht.

In Ihrer Tourismuswerbung per Internet zeigen die Betreiber des Hotels durchaus Sinn für solche geschichtliche und regionale Bezüge. Darum erhofft sich der BUND-Arbeitskreis Denkmalschutz sowohl mit den Bauherrn wie auch mit der Denkmalbehörde in der Kreisverwaltung einen fruchtbaren und von Aufgeschlossenheit geprägten Gedankenaustausch.

Der auch international erfolgreiche Architekt Schmitthenner ist in Fachkreisen bekannt durch seine beachtlichen städtebaulichen Leistungen wie z. B. die Gartenstadt Staaken im Berliner Westen.

Quelle: BUND Kreisgruppe Südpfalz


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