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29. 07. 2002
BUND-Forderung an Wahlkreiskandidaten:
Stoppt die Korruption! Sie schadet der Umwelt
In Frageform, gedacht als Wahlprüfsteine für die südpfälzischen Wahlkreiskandidaten, hat der BUND acht konkrete Forderungen an die zukünftige Berliner Politik gestellt, die die verstärkt sich bemerkbar machende Korruption auf allen Politikebenen eindämmen sollen.
Vor
allem bei der Durchsetzung von Großprojekten in umweltsensiblen Bereichen (Ver-
und Entsorgung, Müllverbrennung, Verkehrsprojekte u. ä.) zeige sich zunehmend
die Neigung, das Mittel der Korruption einzusetzen. Das erweise sich aktuell
schon an der Vielzahl von Korruptionsprozessen vor völlig überlasteten
Gerichten und Staatsanwaltschaften.
Solche Zustände führen im Endergebnis zu technologischer
Stagnation und in Verbindung mit wachsenden Gebühren und Abgaben zu einer
Art „zweiter Miete“ für die Verbraucher.
Im Einzelnen werden folgende Forderungen an die Bundestagskandidaten erhoben:
Ausweitung des Straftatbestandes der Abgeordnetenbestechung in Parlamenten und Ratsgremien. Hier einzubeziehen wären geheime Beraterverträge sowie Beraterverträge und Mehrfacheinkommen ohne sachliche Gegenleistung. Denn: Die Schwierigkeiten bei der heutigen Korruptionsbekämpfung ergeben sich aus „indirekter Langzeitbegünstigung und Bildung breiter Netzwerke“. Diese erwüchsen aus Vergabe von Aufsichtsmandaten, Vorzugsaktien und Gesellschafteranteilen sowie der Versorgung von Politikern mit lukrativen Geschäftsführerposten lange nach Erteilung eines Großauftrages.
Unterbindung der Zuteilung von leitenden Funktionen an kommunale Spitzenbeamte in kommunalen Unternehmen mit privater Rechtsform.
Arbeitsrechtlicher Schutz für Informationsgeber über Korruptionstatbestände, die bisher noch als Störer des Betriebsfriedens mundtot gemacht werden können, sowie ein erweitertes Informationsfreiheitsgesetz, damit Einblicke in Auftragsvergaben und Genehmigungen möglich werden.
Weitere Forderungen beziehen sich auf die Stellung von Staatsanwälten, die Nähe zwischen manchen Arten von Journalismus und wirtschaftlicher Macht sowie auf die neuerdings üblich werdende bedenkliche Praxis des „Cross Border Leasing“ (CBL).
Das gleich lautend an die Kandidaten aller relevanten
Parteien verschickte Schreiben endet mit dem Satz:
"Wenn ein Lehrer eine Kiste Wein von Schülereltern
annimmt, weiß jeder:
Hier geht es um die Versetzung des Sprösslings. Es gibt
keinen Grund zu der Annahme, dass es bei der Vergabe von bedenklichen
Großaufträgen harmloser zugeht."
Download des gesamten Wortlautes des Anschreibens als WORD-Dokument.
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]
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