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02.01.2002

Rückblick und Ausblick

Gemischte Gefühle zur Jahreswende

Was bleibt übrig vom Umweltschutz in Zeiten von Terror und Rezession?

KAISERSESCH. "Der BUND wünscht der neuen Umweltministerin auch im neuen Jahr Stehvermögen gegen die Übermacht von natur- und umweltschutzfernen Interessen", sagte die rheinland-pfälzische BUND-Vorsitzende Agnes Hennen in einem Rück- und Ausblick anlässlich der Jahreswende.

Mit Blick auf die ersten hundert Tage Amtszeit angenehm aufgefallen ist, dass die neue Ministerin in Energiefragen deutlich Flagge gezeigt hat. Zum Thema AKW Philippsburg fand sie eine erstaunlich klare Sprache. Dass sie eine "Ökologisierung der Energiepolitik" anstrebt, sichert ihr die Sympathie des BUND, vor allem auch angesichts der kläglichen Aktivitäten des Energieministeriums in Sachen Energieagentur.

Bisher offen ist, ob die einstige saarländische Politikerin geplanten weiteren Überkapazitäten bei der Müllverbrennung genauso tatenlos zusehen wird wie ihre Vorgängerin. Der BUND jedenfalls wird im Müllgebührenstreit weiterhin juristisch ausloten, wie weit törichte Abfallpolitik den Bürgern über Gebührenerhöhungen angelastet werden darf. Spannend bleibt auch, wie sich die Umweltministerin zu künftigen Lösungsversuchen zur Eindämmung der Dosenflut stellen wird.

Dass die Ministerin Ende Dezember im Bundesrat bei der Verweisung des Bundesnaturschutzgesetzes in den Vermittlungsausschuss nachgeben musste - wohl unter dem übermächtigen Druck des agrar-industriellen Komplexes - , liegt wohl an den skurrilen Besonderheiten rheinland-pfälzischer Machtverteilung.

Für den unverändert schwachen Stellenwert von Umwelt und Natur in der rheinland-pfälzischen Gesamtpolitik soll Folgendes angemerkt werden:

Trotz aller Widrigkeiten wird der BUND Rheinland-Pfalz auch im neuen Jahr zielstrebig seine Arbeit fortsetzen. So wird er im Wirkungsbereich der Oberrheinkonferenz zusammen mit der Schweizer Umweltorganisation BASNU, Alsace Nature im Elsass und dem BUND Baden-Württemberg verstärkt Aktivitäten zeigen.

Gegen sicherlich heftigem Widerspruch ist festzuhalten: Nur eine Energie-, Verkehrs- und Agrarwende in Verbindung mit einer konsequent fortentwickelten Ökosteuer wird neue, dauerhafte Arbeitsplätze und soziale Stabilität schaffen.


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