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13.11.2002

 

Babysitten im Austausch für einen Einkaufsgang

 

DEIDESHEIM: "Dubbe" im Tausch sollen Angebot und Nachfrage von Hilfeleistungen regeln - Start am 28. November 2002
 
Matthias braucht Hilfe beim Installieren seines PCs. Dafür geht er für Frau Krause, die ihre Sachen nicht mehr selbst tragen kann, einkaufen, und die wiederum passt auf andere Kinder auf. So könnte die Tauschbörse funktionieren, die Mitglieder der Gruppe "Soziales Miteinander" ins Leben rufen wollen.

 

Die Gruppe ist eine im Prozess der Lokalen Agenda für die Verbandsgemeinde Deidesheim und mit ihren Überlegungen inzwischen so weit gediehen, dass sie ihre Kontaktbörse noch in diesem Monat starten lassen möchte. Die Idee und Durchführungsmöglichkeiten stellte Annette Frübis-Scheuermann kürzlich auch im Gemeinderat vor. "Mittelhaardter Dubbe-Dausch" soll das Projekt heißen. Pate für den Namen stand das Dubbeglas. Ein Dubbe ist dabei die gültige Währung, da kein Dienst in Geld bezahlt werden soll. Statt dessen werden Einheiten von je zehn Minuten gebildet, und das entspricht genau einem Dubbe.

Alle Dienstleistungen sind gleichwertig, das ist ein Grundsatzprinzip: Kinderbetreuung und Kuchen backen sind ebenso viel wert wie Hilfe am Computer oder einkaufen. Angebote und Nachfragen werden regelmäßig in einem Mitteilungsblatt veröffentlicht, die Mitglieder treten direkt zueinander in Kontakt, und einmal pro Monat werden die zu zahlenden und zu erhaltenden Dubbe einem Organisationsteam gemeldet, das die Buchführung der Mitglieder übernimmt.

Je mehr Leute Mitglied in diesem Tauschring werden, desto vielfältiger können natürlich die Angebote ausfallen, so Annette Frübis-Scheuermann. Für den Anfang hofft sie auf mindestens 20 Teilnehmer. Zahlreiche solcher Kontaktbörsen existieren in Deutschland bereits, und zwar nicht nur in Großstädten, sondern auch in kleineren Gemeinden. "Manche laufen ganz gut, andere sterben schnell wieder", so die Erfahrung. In der Verbandsgemeinde hofft die Arbeitsgruppe natürlich auf ein langes Leben, auch wenn vielen klar ist, dass hier Nachbarschaftshilfe und Unterstützung in Familie und Verwandtschaft relativ gut funktionieren. "Wir wollen auch keine Konkurrenz zu bestehenden sozialen Einrichtungen darstellen", betonte Beigeordneter Bernhard Kren, Mitglied in der Agendagruppe.

Der Rat wie auch Bürgermeisterin Marion Magin begrüßten die Idee der Kontaktbörse. So gab es auch keinen Widerspruch auf die Bitte, bei der Verbandsgemeinde und eventuell in den Ortsgemeinden Ansprechpartner für Interessenten zu benennen, auch Kopierkosten - vor allem für die Informationsschrift über Angebote und Nachfrage - könnten hier getragen werden. "So könnte sich die Gemeinde auch Dubbe verdienen", warb Annette Frübis-Scheuermann. "Im Gegenzug könnten einige Mitglieder mal bei einem Gemeindeempfang helfen."

Die Startveranstaltung des Mittelhaardter Dubbe-Dauschs findet am Donnerstag, 28. November, um 20 Uhr im Ratssaal des Rathauses Deidesheim statt.

Quelle: RON - RHEINPFALZ ONLINE, Mittwoch, 13. Nov , 03:45 Uhr


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