++ [weitere Artikel zu Allgemeines] ++

27. 04. 2002

 

BUND-Landesdelegiertenversammlung

 

Neue BUND-Vorsitzende von der Mittelmosel

 

Chancen aus Brüssel für Bauern und Naturschutz nutzen!

 

Koblenz.  Aus Erden im Herzen der Mittelmosel kommt die am Wochenende neu von der BUND-Delegiertenversammlung in Koblenz gewählte Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz. Sie heißt Heide Weidemann, ist berufstätig im Tourismus und arbeitet mit im Ökoweinbaubetrieb ihres Lebenspartners. Die Nachwahl wurde erforderlich, weil ihre Vorgängerin Agnes Hennen aus persönlichen Gründen ihr Amt nicht mehr wahrnehmen konnte.

 

Zu tiefst überzeugt von der Möglichkeit, Naturschutz mit den Bauern als Partner und nicht gegen die Bauern zu machen, appellierte sie in einer ersten Stellungnahme an die Landesregierung sowie an den Bauernverband, die aus Brüssel kommende neue Chance für ein zukunftsfähiges und realistisches Zusammengehen zwischen Naturschutz und Bauernschaft endlich zu nutzen.

 

Dieser Tenor bestimmte auch das Fachreferat von Diplombiologe Dr. Erwin Manz, Bad Kreuznach, der sich mit den Möglichkeiten beschäftigte, die das Life-Programm der EU für Bauern und Naturschutz zu bieten hat. Denn in Schutzgebieten nach FFH- und Vogelschutz-Richtlinie werden über dieses Programm den europäischen Bauern erhebliche Finanzmittel für eine naturverträgliche Landwirtschaft bereitgestellt.

 

Längst habe europaweit und zwischen den deutschen Bundesländern um diese EU-Mittel ein heftiger Wettlauf begonnen. Nicht so in Rheinland-Pfalz! Andere Bundesländer stellen Haushaltsmittel ein für Konzepte und Managementpläne, die für die Naturschutzgelder aus Brüssel Vorbedingung sind. In Rheinland-Pfalz  dagegen passiert nichts. Vielmehr wird dort zu Gunsten milliardenschwerer Straßenverkehrsprojekte der Landespflegehaushalt drastisch zusammengestrichen.

 

Im Gegensatz zu immer wieder aufgestellten Behauptungen würden die beiden Richtlinien die Bauern keineswegs in ihren Rechten beschneiden. Ganz im Gegen-teil: Für die Zukunft seien landwirtschaftliche Flächen unter EU-Schutzstatus sicher vor dem Zugriff konkurrierender Nutzungsansprüche. Eine Nutzungsbehinderung finde nicht statt.

 

Fazit:  Rheinland-Pfalz  -  Regierung wie Bauernverband  -  lässt gegen existenzielle Interessen seiner Landwirtschaftsbetriebe einen bereits in Fahrt gekommenen Zug weithin reaktionslos an sich vorbeiziehen.

 

Dr. Manz wird an 1. Juni die Geschäftsführung der Mainzer BUND-Landesgeschäftsstelle übernehmen. Der Diplombiologe von der Nahe arbeitete längere Zeit bei einem Planungsbüro, nebenberuflich lehrt er an der Fachhochschule Birkenfeld; außerdem wirkt er mit im Landespflegebeirat beim Mainzer Ministerium für Umwelt und Forsten.


Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen. 

Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]

++ [weitere Artikel zu Allgemeines] ++ [OBEN] ++